. Beim ersten Trümmertraining am Samstag haben Passanten neugierig durch den Bauzaun gespäht. Aufgeregt haben die vierbeinigen Supernasen der "Trümmergruppe" der DRK-Rettungshundestaffel vor dem Abrissgelände in der Berliner Straße Platz genommen.

Über sechs ausgebildete Flächensuchhunde verfügt die Gruppe seit dem vergangenen Herbst. Fünf Hundeführer und ihre vierpfotigen Begleiter bereiten sich derzeit auf die zusätzliche Trümmer-Prüfung vor, die im kommenden Frühjahr ansteht. "Dank der Peitzer Abrissfirma und der Forster Wohnungsgesellschaft haben wir hier für einige Wochen ein gutes Trainingsgelände direkt vor der Haustür gefunden", sagt Staffelleiterin Saskia Stahn.

Das Auffinden verschütteter Personen nach Gasexplosionen, Erdbeben und Flugzeugabstürzen konnten die künftigen "Trümmer-Spezialisten" Border Colli Lennox, Labrador Mailo, Mischlingsrüde Filou, Terrier Robin sowie die beiden Malinois Lea und Fero so unter sehr realistischen Bedingungen üben. Relativ schnell hatten sie Tom Frischke (14) und Matthias Struck (33) in ihrem Versteck - einem Hohlraum inmitten der Betonwüste - ausgemacht. Das zeigten die Vierbeiner mit lautem Bellen an, bevor sie mit ihrem Lieblingsspielzeug belohnt wurden.

Hohe Nasenleistung erforderlich

Beide "Vermisste" gehören zu den acht Helfern der insgesamt 29 Mitglieder starken Gruppe, die ohne Hund arbeiten. Als "sehr gefährlich" und als "Schwerstarbeit" beschrieb Saskia Stahn die künftigen Einsätze, die von den Trümmer-Suchhunden eine noch höhere Nasenleistung als in der Fläche erfordern. "Sie dürfen sich dabei weder von Feuer, noch von lauten Aggregaten, Essensresten oder dem Geruch getragener Kleidung ablenken lassen.

Noch in fünf bis zehn Metern Tiefe wittern sie vermisste Personen und zeigen punktgenau an, an welcher Stelle schweres Bergungsgerät eingesetzt werden muss. Nur fünf bis zehn Minuten lang können die Hunde diese extrem hochkonzentrierte Arbeit leisten", so die Staffelleiterin. Doch auch große Trittsicherheit ist gefragt - sowohl bei den DRK-Mitgliedern als auch bei den Vierbeinern. Die Hundeführer haben deshalb zuvor eine Trümmer- und Statik-Ausbildung beim Technischen Hilfswerk in Cottbus absolviert. 99 Prozent der Einsätze absolvieren die Mitglieder der Rettungshundestaffel in der Fläche.

Zuletzt war ihre Hilfe am 1. November bei der Suche nach einer vermissten Person in Eisenhüttenstadt gefragt. Der bislang letzte Einsatz der Forster Spezialisten in einem Trümmerfeld erfolgte im Jahre 1998 nach einer Gasexplosion in Berlin. "Solche Einsätze sind nicht nur für die Hunde sehr belastend", sagte Hundeführerin Nancy Wagner. Während die Verschütteten oft stundenlang in qualvoller Enge auf Hilfe ausharren, durchqueren die Retter zerstörte Wohnungseinrichtungen und finden oft Gegenstände, die darauf hindeuten, dass dort vor dem Unglück Kinder lebten.

Seit zehn Jahren dabei

Seit zehn Jahren gehört Hundeführerin Nancy Wagner zur DRK-Rettungshundestaffel, anfangs noch als Helfer ohne Hund. Einige Jahre trainierte sie mit Sally, der betagten Colli-Hündin der Staffelleiterin, seit sechs Jahren, als Sally in "Ruhestand" ging, bildet sie mit Terrier Filou ein eingespieltes Team. "Nach einer Ausbildung als Sanitäterin beim Jugendrotkreuz suchte ich eine neue Herausforderung. Hier kann ich helfen und gleichzeitig meine Tierliebe ausleben", so Nancy Wagner.

Verstärkung für die DRK-Rettungshundaffel ist jederzeit herzlich willkommen. Interessenten können sich unter 0172 3530401 melden.