Insgesamt sei die Feuerwehr mit 220 Leuten präsent, direkt am Trümmerkrater stünden etwa 20. Die Suche sei nicht ungefährlich, da die Trümmer teilweise instabil seien. So habe sich einmal ein Gebäudeteil bewegt, woraufhin die Suche kurzzeitig unterbrochen worden sei.Regen ohne UnterlassDen zweiten Tag infolge regnet es ohne Unterlass an der Kölner Unglücksstelle. Unverdrossen stapfen die Einsatzkräfte mit schwerem Schuhwerk durch den Matsch. Der Boden ist glitschig. Seit dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs und seiner Nebengebäude am Dienstag kommen die Rettungsarbeiten nur schleppend voran, immer wieder gibt es Rückschläge. Immer wieder wurde der geplante Zeitpunkt nach hinten geschoben. Hoffnung, die verschütteten Männer lebend zu finden, besteht kaum noch. Ein Feuerwehrsprecher bestätigte, dass das Handy eines der beiden Vermissten im Raum der Unglücksstelle geortet wurde. Allerdings umfasse eine solche Ortung einen Radius zwischen 300 und 500 Metern.Betreuung durch DRKViele Unwägbarkeiten werfen die Planungen der Einsatzkräfte immer wieder über den Haufen. "Gestern sind alle Befürchtungen eingetreten", sagt Neuhoff. Der Erdboden war so unsicher, dass ein Bagger nicht zum vorgesehenen Platz gebracht werden konnte. Eine Hauswand erwies sich als so instabil, dass das Gebäude halb abgerissen werden muss. Unmittelbar nach dem Unglück haben Experten des DRK sich auch um die Betreuung der Menschen gekümmert, die ihre Wohnungen verloren haben. "Wichtig ist, dass man den Leuten zeigt, dass sie nicht allein sind", sagt DRK-Sprecher Stefan Wanke. Zum Schutz der verschütteten Archivbestände soll bis spätestens Samstagabend ein provisorisches Zeltdach über der Unglücksstelle errichtet sein. Kulturdezernent Georg Quander sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz, 90 Prozent der Bestände lägen unter dem Trümmerberg oder seien im Krater verschwunden. Von dem, was im Schutt liege, werde man hoffentlich vieles bergen können. Was in der Grube verschwunden sei, werde vermutlich vom Grundwasser so stark zerstört, das es verloren sei. Archiv kaum digitalisiertProfessor Robert Fuchs vom Institut für Restaurierung an der Fachhochschule Köln sagte, bislang seien 50 Container Bauschutt geborgen worden - das entspreche nur 0,8 Prozent des Schuttberges. Erste Kisten mit geborgenem Archivgut haben Asyl im Historischen Archiv des Kölner Erzbistums gefunden. Die Direktorin des Archivs, Bettina Schmidt-Czaia, wies darauf hin, dass fast noch nichts von den Beständen digitalisiert worden sei. Kurz nach dem Einsturz seien aus dem Keller 40 000 Urkunden und die wertvolle Film- und Fotosammlung herausgeschafft worden. AFP/dpa/han/ta