Spreewälder Bio-Fleisch soll als solches künftig auch im Spreewald verarbeitet und verkauft werden. Das ist ein Ziel einer weiteren Partnerschaft von Unternehmen der Region, die vom Spreewaldverein in Lübben initiiert wird. „Wir haben ein großes Potenzial an Bio-Fleisch-Produktion im Spreewald“, sagt der Geschäftsführer des Spreewaldvereins, Lutz Habermann. Doch dann werde das Vieh außerhalb des Wirtschaftsraumes geschlachtet und verarbeitet. Auf der Strecke bleibt dabei die Dach- und Qualitätsmarke „Spreewald“. Diese fordert Produktion und Verarbeitung der Rohstoffe im Spreewald – und ist ein Qualitätssiegel für den Handel.

Voraussichtlich eine sechsstellige Summe, Fördergeld von der Europäischen Union, kann jetzt eingesetzt werden, um gut drei Dutzend Unternehmen aus dem Spreewald an einen Tisch zu holen. Entstehen soll dabei eine Wertschöpfungskette, wie sie schon bei Fleisch- und Wurstwaren sowie bei Fisch geschaffen worden ist. Jetzt geht es laut Habermann um Branchen wie Ölsaaten, Milch und Milcherzeugnisse sowie Bio-Fleisch und Bio-Wurst.

Ziel sei es, Ressourcen zu bündeln und die Produkte effektiver zu vermarkten, als es einzelne Unternehmen für sich könnten. Der Verein, der sich im Spreewald um die ländliche Entwicklung kümmert, erhofft sich von der Kooperation auch neue Produkte, wie sie einst mit der Gurkenbockwurst entstanden sind. Diese ist ein Produkt aus einer ersten, vergleichbaren Runde. Eine solche war zwischen 2002 und 2006 in der noch nicht mit heutigem Bio-Blick arbeitenden Fleischbranche initiiert worden. Aus EU und Land flossen damals gut 340 000 Euro Fördermittel. Mit solchen Angeboten können sich regionale Produzenten deutlich von ähnlichen Waren abheben – und erfolgreicher verkaufen. Erste Ergebnisse und Ideen sollen bereits auf der Grünen Woche im kommenden Jahr in Berlin präsentiert werden.

Weitere Interessenten aus der Spreewälder Unternehmerschaft – Produzenten, Schlachter, Ölmühlen, Fleischereien, Molkereien, aber auch aus Handel und Gastronomie – sind dem Spreewaldverein willkommen. Kontakt ist möglich über Geschäftsführer Lutz Habermann (Telefon: 03546 8426 oder per E-Mail unter info@spreewaldverein.de.