In der Vergangenheit hat sich die als „Brotfisch“ bezeichnete Quappe äußerst rar gemacht. Sie wurde nur ganz selten gefangen. Fischer Konzack schiebt die Abwesenheit des Fisches auf die damals immer schlechter werdende Wasserqualität und auf das Fehlen der Fischtreppen zurück. „Die Fische wandern im Frühwinter zum Laichen spreeaufwärts und legen ihre Eier auf kiesigem Grund ab. Mit der Strömung wird die Brut wieder in den Spreewald zurückgespült“, erklärt er während der Fahrt zu den Reusen.

Herbert Konzack ist Mitglied im Verband der Lübbenauer Spreewaldfischer und Umgebung. Er weiß zu berichten, dass jedes Jahr Fischbesatzmaßnahmen durchgeführt wurden. „Wir haben auch diesmal wieder 500 Kilogramm Fische, darunter Schlei, Karpfen, Zander und Quappe, eingesetzt. Im Laufe der Jahre dürfte der Fischbestand so langsam anwachsen“, spricht er seine Hoffnung aus. Auf der anderen Seite stehen viele Freizeitangler und die Fischer. In Leipe sind es schon allein 14 Fischer, die die Fangberechtigung besitzen und auch ausüben. Spreeaufwärts ist es die Gemeinschaft der wendischen/sorbischen Spreewaldfischer mit 160 Fischern, die den Schuppentieren nachstellen.

Abgelegen Reusen aufgestellt

Herbert Konzack hat seine Reusen in ganz abgelegenen Fließen aufgestellt, „irgendwo zwischen Leipe und Burg“. Die erste Reuse ist erreicht und auch bald gezogen. „Oh, da ist ja richtig was drin!“, sagt er erfreut. Zwei kleinere Schuppenkarpfen und kleine Schleien sowie zwei ausgewachsene Quappen. Eine sieht getigert aus, die andere ist dunkel gefärbt. „Die Getigerte ist die Spreewälder Urquappe, die andere stammt aus unseren Besatzmaßnahmen“, klärt Konzack auf. Damit ist der Beweis gegeben, dass es die angestammte Form der Quappe immer noch gibt. Der Bestand erholt sich gerade. Karpfen und Schleien gibt er wieder zurück ins Wasser. Sie stammen aus dem diesjährigen Besatz. „So kleine fängt ein Fischer nicht, dann hätten wir ja gleich den Besatz aufessen können“, erklärt er.

Für den Verkauf reichts nicht

Ähnlich wie in der ersten fällt das Fangergebnis in den anderen Reusen aus. Die meisten Fische gibt Herbert Konzack zurück ins Fließ.

Nur die Quappen nicht. Am Ende der Tour sind es fast ein Dutzend. Sie kommen daheim in den Fischkasten. „Zum Verkauf sind es zu wenig, aber für unsere Familie reicht es schon. Meine Frau Karin macht daraus ‚Quappe sauer‘ – eine Delikatesse“, freut sich Herbert Konzack schon jetzt auf die Mahlzeit.