Weshalb geben sich gegenwärtig Bauleute und nicht Touristen die Museumsklinken in die Hand?

Nach zwölf Jahren sind eine Grundrenovierung und allerlei Umbauarbeiten sowie Modernisierungen im Haus einfach notwendig. Wie ein Wohnhaus benötigt auch ein Museum wieder einen frischen Farbanstrich. Es sollen außerdem nach einem umfassenden Konzept die Alleinstellungsmerkmale für die drei Museen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, in Senftenberg, Lübbenau und Lehde, noch deutlicher zum Tragen kommen.

Das heißt konkret?

Nicht jedes Museum im Landkreis muss alles zeigen. Jedes Museum wird seine eigene ganz konkrete Ausstellung präsentieren. So wird das Freilandmuseum Lehde die ländliche Geschichte und das Spreewald-Museum Lübbenau die städtische Geschichte zeigen. Symbolisch verbindet die Ausstellung der historischen Spreewaldbahn alle Museen miteinander.

Wird das Publikum mit einer komplett neuen Ausstellung im Spreewald-Museum rechnen können?

Genau. Am 30. März 2012 werden zur Saisoneröffnung eine komplett neue Dauerausstellung im Torbogenhaus und die Ausstellung Spreewaldbahn im Neubau zu sehen sein.

Was darf der Besucher demnächst im Torbogenhaus erwarten?

Die Ausstellung wird auf großes Interesse der Einwohnerschaft von Lübbenau und der Touristen stoßen, weil es so etwas noch nicht gab. Es wird der Charakter der Stadt Lübbenau mit einem Einkaufsladen, Textilgeschäft, Schuster-Werkstatt und vielen Kleinigkeiten nachgestaltet. Die Geschichte der vielen Handwerksbetriebe und Gewerbetreibenden soll dort seinen Niederschlag finden. Es wird eine Art Museumskaufhaus, wo man auch Waren kaufen kann. Viele Bürger aus Lübbenau und der Umgebung unterstützten uns mit Geschenken und Dauerleihgaben. Es wird sogar eine Kneipe geben, weil die zu einer Stadt gehört.

Kann man dort gleich seinen Durst löschen?

Nein, das ist nicht möglich. Zum Plausch wird man dort seinen Platz finden, aber einen Ausschank wird es nicht geben. Wir werden dann auf die Restaurants und zahlreichen Gasthäuser in der Stadt Lübbenau verweisen.

Trotz der Bauarbeiten wird es eine Sonderausstellung im Torbogenhaus geben?

Korrekt. Am 18. November wird in der 3. Etage die Sonderausstellung „Tischlein, deck Dich!“ feierlich eröffnet. Die Besucher werden viele Informationen zur historischen Tisch- und Esskultur erhalten und besondere Details auf den Festtafeln sehen können. So mancher Besucher wird danach die eigene Festtafel zur Adventszeit oder zum Weihnachtsfest sicher eindrucksvoller gestalten.

Mit Stefan Heinz

sprach Bernd Marx