"In Brandenburg ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt" - so heißt es in dem Lied von Rainald Grebe. Zumindest im Spree-Neiße-Kreis waren das dann aber höchstwahrscheinlich Auswärtige. "Der Landkreis Spree-Neiße ist bei den Index-Werten der Versicherer deutschlandweit auf Platz elf für die niedrigsten Werte in der Haftpflichtversicherung", bestätigt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dort reiht sich der Spree-Neiße-Kreis neben vier Brandenburger Landkreisen ein, die unter den zehn am niedrigsten eingestuften Kreisen sind. Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Der Indexwert für Spree-Neiße ist im Vergleich zum Vorjahr sogar noch gesunken. Der Wert berechnet unter anderem Daten zur Unfallhäufigkeit der Fahrer.

Billiger wird es für die meisten Autofahrer dadurch jedoch nicht. "Der Landkreis ist bereits in der günstigsten Regionalklasse. Weniger geht nicht", so Stephan Schweda.

Wie sich die Typen- und Regionalklassen auswirken, hänge auch davon ab, wie das Versicherungsunternehmen das quotiert. Deshalb rät Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg: "Vergleichen, vergleichen, vergleichen!" Dazu solle man immer die selben Bedingungen hinterlegen. Diese könnten durchaus im Vergleich zum Vorvertrag geändert werden. "Da muss man sich fragen, ist es ein Garagenwagen, gibt es einen Werkstattvertrag oder bin ich sowieso Alleinnutzer?", so der Versicherungsexperte.

Ein Wechsel sei jedoch nicht immer notwendig. "Wer einen guten Draht zu seinem Versicherer hat, der kann vergleichen und abfragen, ob es Rabatte gibt", so Erk Schaarschmidt. So würden die Versicherer auf Nachfrage auch den Altkunden manchmal Neukundentarife geben. "Die Bestandskunden finanzieren oft die Neukunden mit."

Große Unterschiede zwischen Städten wie Cottbus oder ländlichen Gebieten wie dem Spree-Neiße-Kreis sieht der Verbraucherschützer nicht. "Das bezieht sich dann auf die Unfallhäufigkeit oder bei den Kaskoversicherungen auf die Diebstahlhäufigkeit. "Seltene Autos tauchen weniger häufig in der Unfallstatistik auf. Wenn es jedoch BMW oder Porsche sind, dann werden die dafür häufiger geklaut."

Auch bei Wildtieren sei eine genaue Prüfung der Bedingungen wichtig. "Manche Versicherer decken nur Haarwild ab. Dann gilt das nicht für Vögel", so Schaarschmidt. Deshalb sollten Versicherungskunden auf die Ausschlussbedingungen achten. "Es ist besser, wenn ein Versicherer aufführt, was er ausschließt von der Versicherung, als wenn er auflistet was drin ist."

Für Marderbisse, die im Spree-Neiße-Kreis recht häufig sind, gelte es ebenfalls zu prüfen. "Da muss man schauen, werden nur einzelne Teile ersetzt, der ganze Schaden oder auch die Folgeschäden", rät der Verbraucherschützer.

Fraglich ist auch, ob ein Versicherungswechsel zum Stichtag 8. November hin erfolgen könne. "Bei einigen Versicherungen ist es so, dass der Tag des Abschlusses als Beginn des Vertrages gilt und zu diesem Datum gekündigt werden muss", sagt Schaarschmidt. Immerhin einer von fünf Versicherten sei hiervon betroffen.

Neben der Haftpflicht ist auch die Regionalklasse für Vollkaskoversicherungen in recht niedrig. Hier hat der Spree-Neiße-Kreis die drittniedrigste. Um sein Auto jedoch Vollkasko zu versichern, brauchen Autofahrer auch eine Teilkasko. Hier liegt der Landkreis dann in einer recht hohen Klasse. "Dafür sind dann lokale Phänomene wie häufige Unwetter verantwortlich. Oder auch die Zahl an Kfz-Diebstählen", erklärt GDV-Sprecher Schweda.