Sie hatten viele Jahre lang die Fäden der Organisation bei Antenne Brandenburg ebenso in den Händen, wie Sie auch die Mehrzahl der sportlichen Großereignisse in der Region betreut haben. Warum aber zog es Sie 2002 in die Hansestadt Hamburg?
Was ein logischer Schritt war. Man war im Norden auf mich aufmerksam geworden, weil ich ja beispielsweise seit 1998 die Tour de France als Reporter begleitet habe und auch von den Großereignissen des Turnsports für die ARD berichtet habe. So habe ich das Angebot zur Festanstellung beim NDR in Hamburg natürlich gern angenommen, nachdem ich ja hier in der Lausitz quasi "das Laufen" gelernt hatte.

Aus dem Laufen ist nun gewissermaßen "ein Rennen" geworden. Das Rennen zu den einzelnen Schauplätzen der Fußball-Bundesliga.
Ja, und auch dafür war Cottbus eine gute Schule. Hatte ich doch das Glück, in dieser Zeit den steilen Weg von Energie Cottbus aus der Oberliga bis hin in die 1. Bundesliga zu begleiten. Inzwischen bin ich mit unseren Nordvereinen unterwegs. Sportliche Berge und Täler gibt es da zu durchschreiten, aber als Reporter hat man ja Neutralität zu wahren.

Erwarten Sie den FC Energie Cottbus demnächst auch mal im Erstliga-Norden?
Bei allem Respekt und Interesse, das ich natürlich aus alter Verbundenheit zur Heimat und deren Sport habe, glaube ich eher nicht, dass es beispielsweise in dieser Spielzeit klappt. Dazu sind die Teams von Kaiserslautern, Köln oder Düsseldorf auf Dauer wohl ein Stück weit zu stark. Und Cottbus ist, wie man es zuletzt auch in Aue erleben musste, auswärts und daheim zu unterschiedlich in seiner Leistung.

Wir verfolgen es hier daheim mit großem Interesse, wenn Sie sich auch von den internationalen Großereignissen via Mikrofon melden. Wie alljährlich etwa von der Tour de France . . .
Neben meinem 16-fachen Reporter-Start bei der Frankreich-Rundfahrt war ich seit dem Jahr 1996 bei fünf olympischen Sommerspielen und außerdem bei den jüngsten Winterspielen 2006 und 2010 dabei. Bei den letzten Spielen sogar als Programmchef des ARD-Hörfunks.

Es gibt sicher Unterschiede in der Wahrnehmung der olympischen Spiele. Wie fällt Ihre Bewertung olympischer Schauplätze aus, bevor es in drei Jahren nach Rio geht?
Vor Rio kommen ja erst noch die Winterspiele von Sotschi, wo ich wieder den Eisschnelllauf betreuen werde. Im Ranking meiner eigenen Olympia-Besuche rangiert Sydney 2000 absolut an erster Stelle. Dort gab es pure Sportbegeisterung, es war einfach nur schön.

Auf welche Begegnung mit Sportlern sind Sie besonders stolz?
Schwierige Frage. Aber ich meine schon, dass mich die Besuche der paralympischen Spiele besonders geprägt haben.

Mit Holger Gerska sprach

Georg Zielonkowski