„Ich stehe völlig neben mir“, sagt Monika Schwarz Mittwochvormittag. Kein Wunder, die Pächterin der Sportlerklause hat vor wenigen Stunden ihre Existenz verloren. Nächstes Jahr wollte „Mama Moni“, wie die Sportler sie liebevoll nennen, ihr 25. Jubiläum als Wirtin der Sportlerklause feiern. Daraus wird nun vorerst nichts. Fußballer, Handballer, Volleyballer, Kegler oder Tennisspieler gingen in der Klause ein und aus. Alles war in Ordnung, bis am Mittwoch um kurz nach 3 Uhr die Polizei bei ihr zu Hause anrief.

Da standen Teile der Gaststätte und der Trakt dahinter, in dem die Sportler Dart, Billard und Karten gespielt haben, in Flammen. Anwohner hatten den Brand bemerkt, erzählte man sich auf dem Sportplatz. Um 3.19 Uhr wurden die Feuerwehren Herzberg, Friedrichsluga und Frauenhorst alarmiert. Acht Fahrzeuge, zwei Polizeiwagen und der Rettungsdienst rückten aus. „Die Feuerwehr hat den Brand bis in die Morgenstunden mit drei Angrifftrupps und dem Hubrettungsfahrzeug bekämpft. Drei Propangasflaschen mussten geborgen werden. Zum Glück wurde bei den Löscharbeiten niemand verletzt. Insgesamt waren 32 Kameraden im Einsatz, davon acht Atemschutzgeräteträger“, sagt Einsatzleiter Björn Horn.

Mit der Helligkeit des Tages kam das Ausmaß des Schadens zum Vorschein. Die Räume zwischen Gaststätte und den alten Büros sind bis auf den Erdboden niedergebrannt. Auch der Raum, den die Stadt dem Kraftsportler Frank Kutsch und seinen Mitstreitern zur Verfügung gestellt hat, um sich auf die Weltmeisterschaft im Kraftsport 2012 in Herzberg vorzubereiten, ist hin.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. „Unbekannte sind in das Gebäude eingedrungen, haben es durchwühlt und Feuer gelegt. Die Kripo ermittelt jetzt zur genauen Brandursache“, so ein Polizeisprecher. Herzbergs Ordnungsamtsleiter und Ortswehrführer Sven Ziehe fand drastische Worte. „Das ist eine Sauerei. Die Gebäude gehören der Stadt. Wir müssen jetzt abwarten, was die Polizei rausbekommt“, sagte Ziehe.

Große Betroffenheit auch bei den Fußballern. „Jetzt haben wir keine Vereinsgaststätte mehr. Am meisten tut mir Moni leid. Sie ist immer rund um die Uhr für uns Sportler da“, sagt Sebastian Strack, Spieler der ersten Männermannschaft des VfB Herzberg. Sein Vereinskollege Roland Petrick stimmt ihm zu.

Zum Thema:

117. EinsatzDer Brand im Sportkomplex war der 117. Einsatz der Herzberger Feuerwehr in diesem Jahr, so Stadtbrandmeister Uwe Steinbeiß. Zu den größten Einsätzen zählten der Wohnhausbrand in der Eckener Straße, die tagelange Überflutung in der Uebigauer Straße und der Großbrand in Massen.