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| 18:02 Uhr

Fußball
Walpurgis muss gleich liefern

Maik Walpurgis (r.) zeigt jetzt bei Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden, wo es langgeht.
Maik Walpurgis (r.) zeigt jetzt bei Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden, wo es langgeht. FOTO: imago/Hentschel / Lutz Hentschel
Dresden. Der neue Trainer von Dynamo Dresden gibt sein Debüt am Freitag beim Spiel in Regensburg. Viel Zeit zum Eingewöhnen hat Maik Walpurgis nicht. Von Nikolaj Stobbe

Eine längere Zeit der Eingewöhnung kann Maik Walpurgis für sich nicht beanspruchen. Der neue Trainer von Dynamo Dresden muss gleich liefern. Am Freitag, drei Tage nach seiner Vorstellung, tritt seine Elf nach zwei Liga-Spielen ohne Sieg bei Jahn Regensburg (18.30 Uhr/Sky) an und benötigt in der 2. Fußball-Bundesliga dringend Punkte. Doch Zweifel sind unüberhörbar. Mit Offensiv-Wirbel und Vollgas-Fußball wird Walpurgis nicht in Verbindung gebracht. Auch in Dresden wurde der Herforder zu seinem Unbehagen als „Defensivtrainer“ begrüßt. „Defensivtrainer würde ich jetzt nicht direkt unterschreiben“, wehrte sich Walpurgis, den man auch in Dresden vor allem aus seinem Jahr als Coach von Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt kennt.

Die Spielphilosophie sei immer auch eine Frage, „gegen wen man spielt und in der welcher Liga“, betonte der neue Chef-Coach, der beim achtmaligen DDR-Meister einen Vertrag bis 2020 unterschrieb. „Wir sind natürlich in der Bundesliga mit dem FC Ingolstadt auf Gegner getroffen, die uns in ihren individuellen Qualitäten klar überlegen waren. Insofern brauchten wir natürlich ein gutes Konzept gegen den Ball“, erklärte Walpurgis.

Generell, so Walpurgis, würde er seinen Fußball als „aktiv“ bezeichnen. Seine Idee sei es, einen „hohen, aktiven Pressing-Fußball zu spielen“, sinnierte der 44-Jährige und machte Dresden auch Hoffnungen auf Spektakel. Die Bandbreite sei groß. „Ich habe in der Vergangenheit 4-4-2, 4-2-3-1 aber auch 3-4-3 spielen lassen“, sagte der Fußballlehrer aus Westfalen über die Vielfalt seiner Systeme.

Auch Dresdens Sport-Geschäftsführer Ralf Minge lieferte Argumente, warum Walpurgis nicht nur als ausgewiesener Abwehrfachmann gelten dürfe. Das habe Walpurgis vor allem als Trainer der Sportfreunde Lotte in der Regionalliga bewiesen. „Das war schon beeindruckend, dieses Feuer und diese Dynamik, die er mit Lotte umgesetzt hat“, berichtete Minge.

Die Art und Weise der Auftritte habe Minge dermaßen beeindruckt, dass er vor vier Jahren schon einmal ein Gespräch mit Walpurgis über ein Engagement in Dresden geführt hatte. Seitdem sei man im Kontakt geblieben. Dieser lange Vorlauf sei auch der Grund, warum Dresden zuerst mit Walpurgis gesprochen haben. „Er war unsere Nummer eins, unser Wunschkandidat“, so Minge.

Dass Walpurgis in Dresden gleich mit zwei anstrengenden englischen Wochen startet, belastet den neuen Übungsleiter nicht. „Das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen“, sagte der Coach. Deshalb habe man auch den Kader schon intensiv analysiert, um schnell die richtige Aufstellung zu finden und in der Liga rasch aus dem Keller zu finden.

Für die Premiere in Regensburg muss der Nachfolger von Uwe Neuhaus allerdings auf die Defensivspieler Sören Gonther, Florian Ballas und Jannik Müller verzichten. Kapitän Marco Hartmann war unter der Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.