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Itajaj
Segel-Teams zwischen Trauer und Wachsamkeit

Exklusiv | Itajaj. Tiefe Trauer um den beliebten Kollegen und Freund, höchste Wachsamkeit bei weiter extremen Wetterbedingungen: Nach dem tragischen Tod von John Fisher müssen die Segelcrews beim Volvo Ocean Race einen schwierigen Spagat meistern.

Tiefe Trauer um den beliebten Kollegen und Freund, höchste Wachsamkeit bei weiter extremen Wetterbedingungen: Nach dem tragischen Tod von John Fisher müssen die Segelcrews beim Volvo Ocean Race einen schwierigen Spagat meistern.

"Es ist nicht ein Moment vergangen, in dem ich nicht an ihn gedacht habe", sagte Skipper Bouwe Bekking vom führenden Team Brunel. Die 54 Jahre alte Segelikone aus den Niederlanden nimmt bereits zum achten Mal an der Regatta teil. Doch auch ihn belastet der emotionale Ausnahmezustand auf hoher See enorm. "Meine Angst, ein Teammitglied zu verlieren, ist größer geworden", berichtete Bekking: "Wir gehen hier an unsere Grenzen." Körperlich und mental.

Am Dienstag hatte die Rennleitung erklärt, dass keine Hoffnung mehr auf eine lebende Bergung des 47 Jahre alten Fisher vom Team Sun Hung Kai/Scallywag bestehe. Der Brite war am Montag über Bord gespült worden, die verzweifelte Suche seines Teams hatte ihn nicht mehr retten können. "Das ist für uns alle herzzerreißend", sagte Rennchef Richard Brisius.

Auch Steuerfrau Denise Caffari von "Turn the Tide on Plastic" erlebte danach extrem schwierige Momente mit ihrer Crew. "Viele Tränen sind geflossen, sowohl gemeinsam als auch im Stillen", sagte die 45-Jährige, die weiter höchst konzentriert zu Werke gehen muss. Auf der 7600 Seemeilen langen Königsetappe vom neuseeländischen Auckland nach Itajaj (Brasilien) gilt es weiterhin, knifflige Wetterverhältnisse zu meistern. "Wir segeln in Bedingungen, bei denen ich daheim Angst hätte, dass Dachziegel wegfliegen", sagte Bekking. Am Dienstagnachmittag sei sein Boot mit Böen von 65 Knoten durchgerüttelt worden - das entspricht Orkanstärke.

"Manchmal musst du das Rennen vergessen und nur auf dein Boot und die Crew achten", hatte Skipper Charles Caudrelier vom Dongfeng Race Team bereits vor dem Beginn der Etappe in Auckland gesagt. Die 13. Ausgabe des prestigereichen Volvo Ocean Race war am 22. Oktober im spanischen Alicante gestartet. Nach insgesamt 45.000 Seemeilen um den Globus und rund acht Monaten endet die Regatta im Juni in Den Haag.

(sid)