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Keine IOC-Einladung
Russische Eisschnelllauf-Stars nicht zu Olympia

Der russische Top-Eisschnellläufer Denis Juskow darf nicht an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen. Foto: Soeren Stache
Der russische Top-Eisschnellläufer Denis Juskow darf nicht an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen. Foto: Soeren Stache FOTO: Soeren Stache
Moskau. Auch die russischen Top-Eisschnellläufer Denis Juskow und Pawel Kulischnikow dürfen nicht an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen. Von Frank Thomas, dpa

Nach der Ächtung zahlreicher Topstars werden Russlands Sportler bei den Winterspielen in Pyeongchang wohl weitgehend mit einem Team der Namenlosen unter neutraler Flagge starten.

Wie der Vorsitzende des Russischen Eisschnelllauf-Verbandes Andrej Krawzow bestätigte, gehören die Gold-Kandidaten Denis Juskow und Pawel Kulischnikow nicht zur Liste der für die Spiele eingeladenen russischen Sportler. Insgesamt stehen nur vier Eisschnellläufer auf der IOC-Liste der verbliebenen 389 russischen Wintersportler, die für den Start in Südkorea infrage kommen.

„Ich bin sauber. Ich war immer ehrlich“, empörte sich 1500-Meter- Weltrekordler Juskow gegenüber dem niederländischen TV-Sender NOS über seinen Ausschluss. „Ich wurde hunderte Male getestet. Ich bin sehr enttäuscht über diese Entscheidung“, fügte er hinzu. Er werde auch in den kommenden Wochen für die Spiele trainieren. „Die Information, dass ich ausgeschlossen bin, ist noch nicht offiziell, also bereite ich mich weiter auf die Spiele vor.“ Noch war am Mittwoch unklar, ob die Sportler gegen die Olympia-Ausladung vor den Sportgerichtshof CAS ziehen, wie es derzeit 42 vom IOC lebenslang gesperrte Russen tun.

Kulischnikow hatte schon die Spiele in Sotschi wegen einer Doping- Sperre nur aus der Ferne verfolgen dürfen. Nach Ablauf seiner Zwei-Jahres-Sperre gewann er die WM-Titel 2015 und 2016 über 500 Meter, dazu 2016 auch über 1000 Meter und im Sprint-Vierkampf. Als erster Eisschnellläufer durchbrach er in 33,98 Sekunden die 34-Sekunden-Schallmauer über 500 Meter und hält den Weltrekord.

Juskows Fall war nach den Belegen des unabhängigen WADA-Ermittlers Richard McLaren im Zusammenhang mit Manipulationen von Dopingproben in Sotschi 2014 überprüft worden. Laut IOC-Mittelung vom Dezember gehörte er aber zu den wenigen Athleten, die bei nährerer Überprüfung vom Doping-Vorwurf freigesprochen worden waren.

Der Mittelstreckler gewann 2013, 2015 und 2016 den WM-Titel und verbesserte im Dezember bei seinem Weltcupsieg in Salt Lake City in 1:41,02 Minuten den Weltrekord über 1500 Meter. Bis 2008 war er vom russischen Verband für vier Jahre gesperrt worden, weil er Marihuana konsumiert hatte. Am Wochenende hatten sowohl Kulischnikow als auch Juskow beim Weltcup in Erfurt auf ihren Spezial-Distanzen gewonnen. Das hatte bei ihren Gegnern heftige Proteste ausgelöst.

Das IOC hatte am 23. Januar mitgeteilt, keine Begründungen für die Nicht-Einladung russischer Sportler zu geben. Auch der sechsmalige Shorttrack-Olympiasiger Viktor Ahn, Biathlet-Staffel-Olympiasieger Anton Schipulin, sowie die Top-Ski-Langläufer Sergej Ustjugow und Ruslan Sacharow und Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Xenia Stolbowa waren nicht eingeladen worden. Die endgültige Entscheidung will das IOC am Samstag kommunizieren.

Das Nationale Olympische Komitee Russlands war wegen Erkenntnissen von WADA-Ermittler McLaren zum systematischen Staatsdoping von den Spielen ausgeschlossen worden. Nur nachweislich saubere Athleten dürfen auf Einladung des IOC in Südkorea unter neutraler Flagge starten.

Auf der noch nicht endgültigen Einladungsliste stehen nur vier Eisschnellläufer. Sergej Trofimow, Sprinterin Angelina Golikowa sowie Natalia Woronina und Olga Graf, die bei Olympia zu den Gegnerinnen von Claudia Pechstein auf den langen Strecken gehören. Damit könnte Russland auch in der olympischen Team-Verfolgung nicht antreten.

Bericht NOS zu Juskow (niederl.)

Olympia-Berichte von Ria Nowosti (russ.)