Eilmeldung

RUNDSCHAU-Schnellcheck : Energie gewinnt mit jungem Team

| 20:06 Uhr

Aufstiegsregelung
Regionalliga-Reform: Westklubs stänkern gegen DFB

Die grüne Stimmkarte mit dem Schriftzug "JA" wird am 8.12.2017 in der Messe in Frankfurt/Main beim außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gehalten.
Die grüne Stimmkarte mit dem Schriftzug "JA" wird am 8.12.2017 in der Messe in Frankfurt/Main beim außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gehalten. FOTO: Simon Hofmann / dpa
Frankfurt/Main. Erst waren die Ostklubs sauer, jetzt die aus dem Westen. Der DFB macht sich mit seiner Murks-Reform um den Regionalliga-Aufstieg weiter keine Freunde

Nach einem mehrtägigen Hin und Her hat der Deutsche Fußball-Bund am Freitag eine Regionalliga-Reform für die nächsten zwei Jahre beschlossen. Die Delegierten eines Außerordentlichen Bundestages stimmten in Frankfurt am Main mit großer Mehrheit einem komplizierten Übergangsmodell zu, das die 21 Landesverbände des DFB am Vorabend ausgehandelt hatten. Von 259 Stimmberechtigten stimmten nur 11 gegen diesen Kompromiss. Dennoch ist vor allem bei den Westklubs der Ärger groß.

„Dieses ganze Getue ist doch nur noch lächerlich, einfach albern und grenzt für mich an Volksverarschung“, wettert etwa Präsident Hajo Sommers von Rot-Weiß Oberhausen in einer Umfrage des Magazins Reviersport: „Ich bin jetzt 59 Jahre alt und weiß nicht, was die Herren da beim DFB veranstalten.“

Klare Worte fand auch Franz Wunderlich, Sportvorstand von Viktoria Köln. „Das ist alles einfach nur noch lächerlich und ein großer Witz“, sagte Wunderlich: „Ich gehe noch weiter und sage, dass das Ergebnis der Reform einfach nur die große Schwäche des Verbandes aufzeigt. Es fehlt einfach an einer klaren Linie. Ich kann das alles nicht nachvollziehen, will mich aber auch nicht mehr ärgern. Wir können das alles, was die Herren da oben entscheiden, nicht ändern.“

Rot-Weiss-Essen-Vorstand Marcus Uhlig kritisiert in „Bild“ auch die Ostvereine, die zuvor gegen die Reform Sturm gelaufen waren und dafür nun ein Trostpflaster in Form des sicheren Aufstiegs 2019 bekommen haben: „Ist die Reform das Re­sul­tat dar­aus, dass der Osten sich in den ver­gan­ge­nen Tagen cle­ver po­si­tio­niert und mit Kla­gen ge­droht hat? Ob die Reform nun per Wür­feln, Arm­drü­cken oder Fla­schen­dre­hen fest­ge­legt wurde, weiß man nicht.“

Das neue Modell sieht vor, dass es in den beiden nächsten Saisons vier statt bislang drei Aufsteiger in die 3. Liga geben wird. Der Meister der Regionalliga Südwest erhält in dieser Zeit ein direktes Aufstiegsrecht. In der Saison 2018/19 gilt das auch für den Meister der Regionalliga Nordost. Welche der fünf Staffeln in der nächsten Spielzeit den dritten festen Aufsteiger stellen darf, wird per Losentscheid ermittelt. Die Meister der übrigen beiden Regionalligen bestreiten in der Saison 2018/19 zunächst zwei Playoff-Spiele und erhalten dann ein Jahr später zwei feste Aufstiegsplätze.

Gleichzeitig beschloss der DFB-Bundestag die Gründung einer Arbeitsgruppe, die bis 2019 eine endgültige Regionalliga-Reform mit dann nur noch vier Staffeln erarbeiten soll. „2019 muss die Zukunft der Regionalliga final geklärt werden. Hoffentlich im Konsens. Aber wenn das nicht möglich sein sollte, muss es eben eine Abstimmung beim Außerordentlichen Bundestag geben“, sagte Vizepräsident Rainer Koch.

RUNDSCHAU-Kommentator Jan Lehmann bleibt trotz des „Zuckerli“ für den Osten kritisch. Sein Fazit: Murks bleibt Murks.

(dpa/bob)