ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:00 Uhr

Radsport
Rückkehr in den Fahrradsattel

Während ihrer verletzungsbedingte Pause ist Radsportlerin Romy Kasper die Sportförderung der Bundeswehr gekündigt worden.
Während ihrer verletzungsbedingte Pause ist Radsportlerin Romy Kasper die Sportförderung der Bundeswehr gekündigt worden. FOTO: LR / Stephan Meyer
Forst. Die Forster Radsportlerin Romy Kasper ist nach einer verletzungsbedingten Pause wieder ins Training gestartet. Nun ist sie auf der Suche nach Sponsoren. Von Stephan Meyer

Lange Zeit hat es Romy Kasper in den Fingern gejuckt, wie sie sagt. Sie wollte unbedingt wieder mit dem Fahrrad ein paar Runden drehen. Aufgrund einer schweren Gehirnerschütterung infolge eines Sturzes hatte die Radsportlerin seit Juni 2018 eine längere Pause eingelegt. Nun meldet sich die Forsterin wieder zurück. „Mir geht es so weit ganz gut. Ich bin noch nicht hundertprozentig fit. Ich habe aber von meinem Arzt die Freigabe demnächst wieder mit dem Training, anfangen zu dürfen“, sagt die 30-Jährige. Seit zwei Wochen sitzt sie wieder auf dem Rad. Doch sie lässt es zunächst langsam angehen und betreibt Aufbautraining. Auf dem Programm stehen unter anderem Laufen sowie Einheiten im Kraftraum.

Als Anfang September öffentlich wurde, dass die Radsportlerin Kristina Vogel seit ihrem Trainingsunfall querschnittsgelähmt ist, ging das Romy Kasper sehr nahe. Sie sei froh, dass sie bei ihren Stürzen so glimpflich davongekommen ist. „Das hätte viel schlimmer ausgehen können.“ Doch für sie sei das kein Grund mit dem Sport aufzuhören. „Ich kann nicht ständig darüber nachdenken, was passieren könnte, sonst könnte ich den Sport nicht machen.“

Die lange Pause sei eine schwere, aber richtige Entscheidung gewesen, sagt sie im Nachhinein. Sie wollte keineswegs ihre Chancen für eine Teilnahme bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio gefährden. Ein Ziel an dem sie weiterhin festhält.

Besonders froh war sie über den Rückhalt ihres Teams. Die Forsterin fährt weiterhin für das italienische Frauenradsportteam Alé Cipollini. „Die haben zu mir gesagt, wir warten auf dich, bis du zurückkommst. Ich solle nichts überstürzen. Das hat mich beruhigt.“ Am Montag teilte sie überglücklich über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass sie ihren Vertrag bei ihrem Team verlängert hat. Sie wolle ihr bestes geben, um das Vertrauen, das Alé Cipollini ihr geschenkt hatte, zurückzugeben.

Während ihrer Verletzungspause ereilte sie jedoch auch eine schlechte Nachricht. Romy Kasper ist nicht länger im Sportförderprogramm der Bundeswehr. Böse ist sie der Bundeswehr deswegen nicht. „Ich bin der Bundeswehr unglaublich dankbar. Ohne deren Unterstützung, wäre ich nicht da, wo ich heute bin“, so die Radsportlerin. Dass sie nicht mehr gefördert wird, habe jedoch nichts mit ihrer Verletzung zu tun, betont sie. Die Plätze für den Radsportverband sind begrenzt und es habe einen dringenden Bedarf für die Vierermannschaft der Bahnradsportler gegeben. Damit sie ihren Sport weiterhin finanzieren kann, ist Romy Kasper nun auf der Suche nach Sponsoren. Erste Gespräche mit potentiellen Sponsoren habe es bereits gegeben. Doch unterschrieben habe sie noch nichts.

Auch beim Sechstagerennen in Berlin stürzte Romy Kasper schwer.
Auch beim Sechstagerennen in Berlin stürzte Romy Kasper schwer. FOTO: Frank Hammerschmidt