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| 11:10 Uhr

Bahnradsport
RSC-Bahnradsportler mit großen Zielen

Anton Höhne und Emma Hinze gehören zu den Cottbuser Nachwuchstalenten im Bahnradsport.
Anton Höhne und Emma Hinze gehören zu den Cottbuser Nachwuchstalenten im Bahnradsport. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Cottbus. Im August beginnt für einige Cottbuser die Qualifikation zu Olympia. Die Trainer sind mit dem Nachwuchs zufrieden. Von Daniel Friedrich

Die Cottbuser Bahnradsportler gehen motiviert in die Sommersaison. Bei der jüngsten Talent-Präsentation haben sich bekannte und neue Gesichter vor Förderern und Freunden das Radsports vorgestellt und über ihre nächsten Ziele gesprochen.

Der Präsident des Brandenburgischen Radsportverbandes, Gerald Lehmann, lobte die Arbeit der Vereine und warb um weitere Unterstützung in der Zukunft: „Der Bahnradsport hat in Cottbus eine gute Tradition und deshalb ist eine langfristige Förderung unabdingbar für die Zukunftsplanung.“ Unterstützung konnte denn auch gleich Wilfried Lausch als Vizepräsident des Landessportbundes Brandenburg verkünden. Er gab die Zusage der Landesregierung, die auch über die Jahre 2020 und 2024 hinaus den Radspitzensport fördern wolle. „Wir werden den Bahnradsport weiter ausbauen und voranbringen“, so Lausch.

Die Ankündigung wird die jungen Cottbuser Talente, wie Emma Hinze (20), freuen. Die vierfache Junioren-Weltmeisterin war bereits 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio als Ersatzfahrerin dabei und erlebte die faszinierende Stimmung hautnah: „Die Anspannung und die Freude bei einem Medaillengewinn mitzuerleben, ist absolut bewegend. Wenn die Sportler all ihr Können nach vierjähriger Vorbereitung auf einem Punkt abliefern, ist das ein tolles Gefühl“, berichtet die U23-Sprinterin. Die Eindrücke aus Rio sind für sie Motivation für die kommende Olympiade 2020 in Tokio. Die Qualifikation dafür beginnt schon in diesem August. „Natürlich ist es mein Ziel, nach Tokio zu kommen. Aber ich weiß, dass es schwer wird.“

Momentan beschäftigt sich Emma Hinze vor allem mit dem Abitur, das jetzt ansteht. Außerdem geht es im Sommer zur U23-Europameisterschaft. Und danach? „Vom Sport allein kann ich nicht leben. Ich möchte dann zur Sportfördergruppe der Bundespolizei oder Bundeswehr gehen. Dort kann man neben der sportlichen Ausbildung einen Beruf erlernen, in dem man arbeiten kann, wenn die sportlich aktive Zeit einmal vorbei ist.“

Auch Moritz Meißner (20) hat bei den vergangenen Wettkämpfen bereits „ein Näschen für den Sprint bewiesen“, lobt ihn Trainer Eyk Pokorny (48). Der Sportler des RSC Cottbus mag die geschwindigkeitsstarken Sprints vor allem, „weil man dort direkt sieht, wo man gerade steht und was man selbst abrufen kann.“ Außerdem wirkten in den Kurven Kräfte wie in einer Achterbahn.







Trainer Eyk Pokorny bei der Teamvorstellung.
Trainer Eyk Pokorny bei der Teamvorstellung. FOTO: Daniel Friedrich / LR

Bei den Deutschen Meisterschaften 2017 holte Moritz Meißner Bronze im Olympischen Sprint. Nachdem er allerdings später, kurz vor der U23-EM, gestürzt war, reichte es bei diesen Wettkämpfen zu keiner Medaille. Mit sieben bis zehn Trainingseinheiten pro Woche geht es nun in Richtung der Sichtungsrennen für die nächste Europameisterschaft im Juli. Dort wird er wahrscheinlich als direkten Konkurrenten auf den Vizeweltmeister im Sprint treffen, der im selben Jahrgang ist.

Für Anton Höhne (17) aus dem Jugendkader des Cottbuser RSC könnte es ein aufregendes Jahr werden. Bei den kommenden Sichtungsrennen geht es für ihn um die erste Teilnahme an einer Junioren-WM. „Dafür will ich mein Bestes geben“, sagt der Sportschüler, der sich laut Trainer Aleksander Harisanow (44) körperlich zuletzt prächtig entwickelt habe: „Anton war lange relativ klein und zierlich. Aber in den vergangenen drei Jahren ist er über 20 Zentimeter gewachsen.“

Mit regelmäßigem Krafttraining sowie Testfahrten auf der Bahn und im Außenbereich ist das Ziel des jungen Cottbusers ein Medaillengewinn bei der WM im August. Nach der Saison soll er zudem in die Förderung des Brandenburgischen Bahnradsport-Vereins eingebunden werden. Angefangen hat Anton Höhne mit dem Rennsport übrigens vor knapp zehn Jahren. „Mein Anreiz, zum ersten Training zu gehen, war eine Rennradflasche, die ich dann mit nach Hause nehmen durfte“, erinnert er sich.

Ein vergleichsweise erfahrener Athlet unter den Cottbuser Bahnradsportlern ist Eric Engler (26). Der mehrfache Deutsche Meister und EM-Medaillengewinner von 2016 hat bei der Bahnweltmeisterschaft vor einem Monat im 1000 Meter-Zeitfahren den fünften Platz errungen. Mit der bevorstehenden EM in Glasgow beginnt die Qualifikation für Olympia 2020. „Möglicherweise werde ich dort im Teamsprint die erste Position ausfüllen, weil diese momentan am schwächsten besetzt ist“, sagt Eric Engler. Noch gebe es aber keine Entscheidung. Vor dem Cottbuser, der bei der Bundeswehr Feldwebel ist, liegen zuvor noch mehrere Weltcups im Herbst dieses Jahres sowie eine Weltmeisterschaft in Polen im kommenden Frühjahr.

Moritz Meißner (l.) und Eric Engler stellen das neuste Rennrad-Modell vor. Es wurde vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) angefertigt. Das aus Carbon bestehende Rad wiegt rund sieben Kilogramm.
Moritz Meißner (l.) und Eric Engler stellen das neuste Rennrad-Modell vor. Es wurde vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) angefertigt. Das aus Carbon bestehende Rad wiegt rund sieben Kilogramm. FOTO: Daniel Friedrich / LR