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Zehn Fakten über Aljona Savchenko
Ein Fliegengewicht aus der Ukraine verzückt Deutschland

Im fünften Versuch hat es endlich geklappt: Aljona Savchenko ist mit ihrem neuen Partner Bruno Massot Olympiasieger im Paarlauf geworden. Doch wer ist diese gebürtige Ukrainerin, die im Allgäu ihr sportliches und privates Glück gefunden hat? Tim Kronner

Savchenko ist mit drei verschiedenen Partnern und für zwei Länder (Deutschland und die Ukraine) bei Olympischen Spielen gestartet. Zweimal reichte es mit dem Chemnitzer Robin Szolkowy zu Bronze, jetzt hat sie dank einer Fabel-Kür gemeinsam mit dem gebürtigen Franzosen Massot endlich ihre ersehnte Goldmedaille gewonnen.

Hier sind zehn Fakten über die wohl beste Paarläuferin ihrer Zeit, die Sie vielleicht noch nicht kannten.

Fliegengewicht

Savchenko ist die kleinste und leichteste Sportlerin im deutschen Olympia-Team. Sie misst nur 1,53 Meter und bringt 46 Kilogramm auf die Waage.

Das erste Mal

Bereits im Alter von drei Jahren stand die kleine Aljona zum ersten Mal auf Schlittschuhen. Ihr Vater nahm sie mit auf einen zugefrorenen See, wo sie ihre ersten Erfahrungen auf dem Eis sammelte.

Zu jung

"Früh übt sich" heißt es. In Savchenkos Fall allerdings zu früh – fanden zumindest die Trainer in einer Eiskunstlaufschule in Kiew. Dort wollte Savchenkos Vater sie im Alter von vier Jahren anmelden. Sie wurden aber wieder nach Hause geschickt und sollten ein Jahr später wiederkommen.

Dorfkind

Geboren wurde Savchenko in der ukrainischen Kleinstadt Obuchiw. Die 14.000-Seelen-Gemeinde ist in eine kleine Stadt und in zwei Dörfer aufgeteilt. Wenn sich Savchenko zwischen "Stadtkind" und "Landei" entscheiden muss, wählt sie zweites. Obuchiw hat seit 2004 übrigens eine Städtepartnerschaft mit Radebeul in Sachsen.

Internationale Liebe

Bei wechselnder Partnerwahl auf dem Eis hat Savchenko den Mann fürs Leben schon gefunden. Es ist der Brite Liam Cross. Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Pokerabend. Geheiratet wurde 2016.

Altersunterschied

Mit ihren 34 Jahren ist Savchenko acht Jahre älter als ihr Ehemann. Ihr macht das nichts aus. "Den Altersunterschied kann man nicht weg reden, aber wir merken das nicht. Und ich fühle mich auch nicht wie 32", sagte Savchenko 2016.

Hauptgefreiter Savchenko

Anfangs lehnte sie es noch ab, in die Bundeswehr einzutreten. Um einen Platz in der Sportfördergruppe zu bekommen, machte Savchenko im Jahr 2015 dann doch eine Grundausbildung zur Soldatin. Seitdem trägt sie den Titel "Hauptgefreiter Aljona Savchenko".

Heimat Allgäu

Als Savchenko 2014 den Tanzpartner wechselte, entschied sie sich auch für einen anderen Wohnort. Aus dem sächsischen Chemnitz zog sie nach Oberstdorf ins Allgäu. Dort fühlt sie sich zu Hause. "Ich mag die Berge", sagt Savchenko.

Formel-1-Pilotin

Die Frage "Wenn ich nicht in meiner Sportart gelandet wäre, würde ich stattdessen in welcher Disziplin antreten?" beantwortet Savchenko durchaus überraschend. Entweder wäre sie Turnerin geworden – was noch relativ naheliegend ist – oder sie hätte sich für eine Karriere als Formel-1-Fahrerin entschieden.

Zwei kleine Savchenko-Mädchen

Nach den Olympischen Spielen wird Savchenkos Karriere als Eiskunstläuferin nicht ewig weitergehen. 2016 sagte sie, dass dann die Familienplanung ansteht. "Wir haben vor, eine Familie zu gründen", sagte sie über sich und ihren damals noch Verlobten Liam Cross. "Ich möchte auf jeden Fall Kinder. Am liebsten zwei Mädchen, die später auch aufs Eis gehen", sagte Savchenko.