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Doping in Russland
Das IOC steht wieder als Verlierer da

Der Sportgerichtshof Cas hat eine vom IOC verhängte lebenslange Sperre gegen 28 russische Sportler aufgehoben. Damit ist Russland der Gewinner, der Verlierer ist das IOC. Mal wieder. Stefan Klüttermann

Eines ist bemerkenswert in der schon Monate währenden Aufarbeitung des Skandals um russisches Staatsdoping: Egal, welche Wendung diese nimmt – das Internationale Olympische Komitee (IOC) steht in der Meinung einer breiten Öffentlichkeit jedes Mal als Verlierer da.

So auch jetzt, da der Internationale Sportgerichtshof (Cas) bei 28 russischen Sportlern die vom IOC verhängte lebenslange Sperre für Olympische Spiele aufgehoben hat. Aus Mangel an Beweisen für individuelle Schuld.

Warum aber sehen viele selbst in so einem Urteil einen Grund zur Kritik am IOC, das doch mit den lebenslangen Sperren Härte gegenüber russischen Athleten demonstriert hatte?

Die Antwort: Diese Härte wirkte im Gesamtbild nur wachsweich, weil Präsident Thomas Bach und seine Mitstreiter sich zuvor eben geweigert hatten, die Russen mit einem Komplettausschluss für Olympia zu belegen und ihnen so eine Kollektivschuld am größtmöglichen Sportbetrug zu attestieren. Nichts anderes tat der Cas nun. Der Gewinner in beiden Fällen: Russland. Der Verlierer: das IOC. Bemerkenswert.