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Radsport
Steher-Experte Schneider rät: Drei Deutsche müssen ins Finale

Stefan Schäfer mit seinem Schrittmacher Peter Bäuerlein.
Stefan Schäfer mit seinem Schrittmacher Peter Bäuerlein. FOTO: Arne Mill / LR
Berlin. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU erklärt Steher-Experte Frank Schneider, warum die deutschen Fahrer um Titelverteidiger Stefan Schäfer aus Cottbus bei der Europameisterschaft in Berlin schon bei der Qualifikation am Freitag in Topform sein müssen. Das Finale findet dann am Samstag statt. Schneider war früher selbst Steher-Fahrer. Auf der Bahn in Forst moderiert er seit vielen Jahren als Stadionsprecher die Rennen. Von Frank Noack

Frank Schneider, wie schätzen Sie die Medaillen-Chancen der deutschen Fahrer ein?
Die Medaillenchancen sind gut, vor allem für Stefan Schäfer als Titelverteidiger. Aber er muss aufpassen, dass er seine Kohlen nicht zu zeitig verheizt.

Was heißt das konkret?
Ich kann mir vorstellen, dass die Niederländer und die Schweizer alles tun werden, um das deutsche Team zu entthronen. Es kann gut sein, dass sie bei Bedarf zusammenarbeiten. Wichtig wird sein, dass die Deutschen so viele Fahrer wie möglich ins Finale bringen – am besten alle drei. Das erhöht die taktischen Optionen.

Woher kommt die größte Konkurrenz?
Die Niederländer haben eine sehr starke Mannschaft und mit Reinier Honig einen Kapitän, den ich auf Augenhöhe mit Schäfer sehe. Auch Altmeister Giuseppe Atzeni aus der Schweiz dürfte mit der kleinen Übersetzung auf der Berliner Bahn sehr gut klarkommen. Eine Überraschung traue ich dem Franzosen Emilien Clere zu. Er hat in Zürich die deutschen Fahrer geschlagen.

Und was trauen Sie Vize-Europameister Franz Schiewer zu?
Sehr viel! Er hat sowohl bei der EM als auch bei der deutschen Meisterschaft gezeigt, dass er aufs Podium fahren kann. Und er kommt mit den kleinen Gängen, die auf dieser Bahn gefragt sind, sehr gut zurecht.

Stadionsprecher Frank Schneider (l.) mit Marcel Barth.
Stadionsprecher Frank Schneider (l.) mit Marcel Barth. FOTO: Frank Hammerschmidt