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Zum 50. keine Geschenke

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ist derzeit obenauf. Und das soll auch in Kanada so bleiben.
Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ist derzeit obenauf. Und das soll auch in Kanada so bleiben. FOTO: dpa
Montréal. Der Kanada-Grand-Prix feiert runden Geburtstag. Hamiltons Bilanz dort ist beeindruckend, doch Vettel will am Sonntag den nächsten Sieg holen. Jens Marx

Zum 50. Formel-1-Geburtstag von Kanada stehen alle Zeichen auf Rot. Im Duell von WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel im Ferrari mit Verfolger Lewis Hamilton im zickenden Silberpfeil rechnet sogar Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schon mit einem kniffligen Rennen. "Es schmerzt, aber wir sind in diesem Jahr nicht die Favoriten in der Weltmeisterschaft. Im Moment ist das Ferrari", sagte Wolff. Zumal der bisher überall erfolgsträchtige rote Rennwagen mit einem Vettel in Weltmeister-Form am Steuer mit weiteren Verbesserungen in Montréal auf die Strecke fährt. "Wir müssen weiter Vollgas geben, wenn wir vor Mercedes bleiben wollen", betonte Vettel mit Blick auf das Rennen an diesem Sonntag (20 Uhr MESZ/RTL/Sky).

Der Gänsehaut-Sieg von Monaco mit Beigeschmack durch den internen Positionswechsel nach Vettels zweitem Boxenstopp ist schon wieder Geschichte. In Montréal hat Vettel noch Nachholbedarf. Nur einen seiner 45 Grand-Prix-Siege feierte er auf dem kurzen Kurs mit der legendären "Wall of Champions" auf der Île Notre-Dame. "Eine komplett andere Bahn", meinte Vettel im Vergleich zum engen und noch deutlich kürzeren Straßenkurs von Monaco, wo er dank besserer Strategie vor Teamkollege und Pole-Mann Kimi Räikkönen gewonnen hatte.

Hamilton hatte in Monaco mit Platz sieben höchstens Schadensbegrenzung betrieben, nachdem der Wagen des 55-maligen Grand-Prix-Siegers nicht auf Touren gekommen war. Aufgeben? Keine Alternative. Hamilton will und wird kämpfen. So wie eines seiner großen Vorbilder. "Ich denke an deinen Kampfgeist und alles, was mich heute inspiriert, Champ", schrieb Hamilton zum ersten Todestag von Box-Legende Muhammad Ali, ehe er mit Kumpel Neymar beim zweiten Finalspiel der NBA zwischen den Golden State Warriors und den Cleveland Cavaliers in Oakland mitunter nicht schlecht staunte über die Künste der US-Korbjäger.

In Montréal will Hamilton selbst auf die Jagd gehen. Bislang war es auch sein Terrain. Fünf Siege feierte der 32-Jährige dort, zuletzt zweimal nacheinander. Von den aktiven Fahrern war keiner auf dem Kurs auch nur annähernd so erfolgreich. Nur wie bemerkte Wolff mit Blick auf den insgesamt schwächelnden Branchenführer: "Für die Erfolge von gestern kannst du dir heute nichts mehr kaufen."

Das führt zu folgendem Stand in der WM: Vettel 129 Punkte, Hamilton 104, Valtteri Bottas im zweiten Mercedes 75 und damit bereits 54 hinter Vettel, Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari 67.

Ferraris SF70H funktionierte bislang auf allen Kursen. Bester Beleg: Vettel wurde in den bisherigen sechs Rennen mindestens Zweiter. Nur dass ihm und Ferrari Platz zwei nicht reicht.

Es ist also alles bereit für das nächste Gigantenduell der zusammen siebenmaligen Weltmeister (Vettel 4x/Hamiton 3x) und 100-fachen Grand-Prix-Gewinner (Vettel 45x/Hamilton 55x).

In Montréal hat Lewis Hamilton schon fünfmal gewonnen, Sebastian Vettel erst einmal.
In Montréal hat Lewis Hamilton schon fünfmal gewonnen, Sebastian Vettel erst einmal. FOTO: dpa