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| 02:40 Uhr

Wütender Heintz attackiert Coach

Der enttäuschte WM-Siebte Philip Heintz findet, dass Bundestrainer Henning Lambertz (kl. Foto) sich zu sehr in sein Training eingemischt hat.
Der enttäuschte WM-Siebte Philip Heintz findet, dass Bundestrainer Henning Lambertz (kl. Foto) sich zu sehr in sein Training eingemischt hat. FOTO: dpa
Budapest. Deutliche Worte, gegenseitige Vorwürfe und verhärtete Fronten: Schwimmer Philip Heintz hat bei der WM in Budapest mit einer öffentlichen Attacke auf Chefbundestrainer Henning Lambertz für Missstimmung gesorgt. Der Lagen-Schwimmer warf Lambertz falsche Trainingsgestaltung und mangelndes Vertrauen vor und forderte eine Aussprache. dpa/jam

Der Bundestrainer bezeichnete das Vorpreschen des Athleten als "kleinen Fehltritt" und kritisierte auch dessen Leistung in Ungarn.

"Ich weiß nicht, wohin mit meiner Wut", hatte Heintz erklärt. Anschließend sprudelte es aus dem 26-Jährigen, der als Weltranglistenerster über 200 Meter Lagen nur WM-Siebter geworden war, nur so heraus. "Im Leistungssport muss man auch mal klare Worte finden. Es darf durchaus auch mal krachen und muss krachen", kündigte er an.

Das direkte Gespräch mit Lambertz plant Heintz allerdings erst später zu suchen. "Wenn beide jetzt direkt aufeinander krachen, dann wird es einfach nur ein sinnloses Anschreien", erklärte er. Er wollte "erstmal Gras über die Sache wachsen lassen".

Auch die inhaltlichen Vorwürfe wies der Bundestrainer zurück. "Ich habe ihm nicht einen Meter der Trainingsplanung vorgegeben", beteuerte er, da Heintz Einmischungen moniert hatte.

"Die Leute, die schon öfter gezeigt haben, dass sie Leistung bringen, sollte man im Training einfach mal in Ruhe lassen", hatte Heintz gesagt. "Ihnen ein bisschen Vertrauen entgegenbringen und nicht ständig kritisch hinterfragen: Was macht ihr denn? Wieso macht ihr das? Das machen wir aber anders, das ist nicht gut!"

Der Fehler bei der Trainingsausrichtung lag nach Heintz' Meinung in zu hohen WM-Normen, wodurch er seinen Zenit zu früh in der Saison erreichen musste. "Ich habe mich explizit auf die deutsche Meisterschaft vorbereitet, um nichts zu riskieren", sagte er: "Jetzt bin ich hier nicht bei den 100 Prozent, die ich gerne gehabt hätte."