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| 19:03 Uhr

Meine WM
Verdammig, verdammig!

Peggy Kompalla
Peggy Kompalla FOTO: LR / Sebastian Schubert
Cottbus. Deutschland gegen Schweden, 95. Minute. Toni Kroos zirkelt den Ball ins obere Eck. Und unsere Kolumnistin, im Urlaub fernab der Heimat, ist die Einzige, die vor dem Fernseher jubelt in der Bar.

Während einer Fußball-WM bleibt man am besten zu Hause. Mit Freunden die Partien sehen, über Spielaufbau parlieren, ein Bierchen trinken, mit der Mannschaft fiebern. Gibt nix Besseres. Eigentlich. Diesmal nicht, dachte ich. Wird sowieso nix. Die letzten Testspiele vor dem WM-Start. Naja. Das erste Vorrundenspiel. Erdbeben in Mexiko Stadt. Auf in den Urlaub – in das Land, das grad Argentinien aus der WM gekickt haben dürfte. Sommer, Berge, Meer. Und doch Fußball. Der Barmann macht extra den Fernseher für die Deutsche an. Dann passiert‘s: Neuer guckt dem Ball hinterher. Ein Bierchen auf die WM-Abstinenz. War richtig, abzuhauen. Denke ich. Denn nichts ist trauriger als eine WM nach dem Aus der heimischen Mannschaft zu Hause. Dann lieber ablenken mit Sommer, Bergen, Meer. Auch nach dem Ausgleich bleibe ich dabei. Dann kommt die 95. Minute. Kroos zirkelt den Ball ins obere Eck. Ich bin die Einzige, die jubelt in der Bar. Es sei hiermit an Eides statt versichert: Es gibt nichts Einsameres. Verdammig, verdammig noch mal. Jetzt muss ich meine nächsten Urlaubsstationen so planen, dass ich am Mittwoch um 16 Uhr einen Fernseher finde, der auf WM-Empfang ist. So war das nicht geplant. Ich wollte doch lässig entspannen mit Sommer, Bergen und Meer.

Für RUNDSCHAU-Reporterin Peggy Kompalla hat der Sieg gegen Schweden die eigene Urlaubsplanung im fernen Rijeka ducheinandergewirbelt. Ohne Fußball gehts jetzt doch nicht.