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| 18:38 Uhr

Radsport
WM-Gold! Kluge fährt zum Regenbogen

Da ist das Ding! Der Cottbuser Roger Kluge (l.) und sein Berliner Teamkollege Theo Reinhardt jubeln über ihren goldenen Sonntag im Zweier-Mannschaftsfahren Madison.
Da ist das Ding! Der Cottbuser Roger Kluge (l.) und sein Berliner Teamkollege Theo Reinhardt jubeln über ihren goldenen Sonntag im Zweier-Mannschaftsfahren Madison. FOTO: Peter Dejong / dpa
Apeldoorn. Ehemaliger Lausitzer Sportschüler erreicht bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften im Madison das Ziel seiner Träume.

Da musste selbst der sonst so coole Roger Kluge tief durchatmen, als er bei der Siegerehrung im Regenbogentrikot der deutschen Hymne lauschen durfte. Und die Augen schimmerten auch etwas vergoldet. Es war ein Zeitpunkt für die ganz großen Gefühle. Weltmeister im Madison! Auf diesen Titel hatte der 32-Jährige so lange hingearbeitet. Da jubelte auch Sprint-Königin Kristina Vogel bei der Siegerehrung lautstark, obwohl sie kurz zuvor im Keirin-Finale nur auf dem ungewohnten Rang sechs ins Ziel gekommen war.

Doch während Vogel bereits elf Weltmeistertitel hat, war es für Kluge das erste WM-Gold. Bei der Bahnrad-WM in Apeldoorn erfüllte sich der gebürtige Eisenhüttenstädter gemeinsam mit seinem Berliner Teampartner Theo Reinhardt einen seiner größten sportlichen Träume. Das deutsche Duo setzte sich nach überlegener Fahrweise mit 53 Punkten vor Spanien (45) und Australien (37) durch. Kluge erklärte glücklich: „Seit 2008 schaue ich nach diesem Regenbogen-Trikot. Jetzt habe ich es – ich bin unglaublich glücklich.“

Das deutsche Duo fuhr ein sehr kontrolliertes Rennen.
Das deutsche Duo fuhr ein sehr kontrolliertes Rennen. FOTO: Michael Deines/PROMEDIAFOTO / Michael Deines

Sein Teamkollege Reinhardt war regelrecht fassungslos: „Wir sind Weltmeister. Ich habe keine Worte.“ Der Berliner gab zu: „Ich war vielleicht nicht der stärkste Partner für Roger. Umso glücklicher bin ich.“ Für seinen Weltmeister-Kollegen freute sich Reinhardt besonders. Er erzählte „Ich weiß wie lange Roger den Traum von diesem Trikot verfolgt. Wie er das Rennen bestimmt hat, war wirklich überragend.“

Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, weil Kluge bereits am Montag zum Trainingslager mit seinem Profi-Team Mitchelton-Scott fährt. Schon vor der WM war er für die Australier bei der brütenden Hitze bei der Abu-Dhabi-Tour an den Start gegangen. Nach ein paar kurzen Erholungsfahrten durch das eiskalte Berlin krönte er nun sein Wechselspiel zwischen Bahn und Straße mit der Fahrt zum Regenbogen. Theo Reinhardt berichtete gelöst: „Roger ist hier wie immer angekommen, ganz locker und nach dem Motto: ,Ich fahre dann mal drei Tage Bahn.’“

Für Roger Kluge (r.) vom RK Endspurt Cottbus ist es nach Silber bei Olympia und WM nun der erste große Titel auf der Bahn.
Für Roger Kluge (r.) vom RK Endspurt Cottbus ist es nach Silber bei Olympia und WM nun der erste große Titel auf der Bahn. FOTO: Peter Dejong / dpa

Doch hinter der Lockerheit des Cottbusers stecken jede Menge Arbeit – und ein großes Ziel. Klugewar bereits 2008 WM-Zweiter im Madison, Reinhardt 2013 WM-Dritter. Das Duo soll langfristig auf Tokio 2020 vorbereitet werden, wo der Wettbewerb ins Olympia-Programm zurückkehrt. Dann gehört das deutsche Duo nach diesem Triumph sicher zum Favoritenkreis. Der 32-jährige Kluge sagte: „Das war ein guter Start für unser Projekt. Ich hatte echt einen Super-Tag. Die Australier waren sehr, sehr stark. Aber wir einen Tick stärker.“

Gejubelt wurde über die Gold-Fahrt auch beim RK Endspurt Cottbus. Dort fährt Kluge seit seinen Schülerzeiten und ist seit 2016 Ehrenmitglied. Der Profi ist ein gern gesehener Gast. So wird Kluge auch bei den diesjährigen International Cycling Days im Juni auf der Cottbuser Radrennbahn erwartet. Dann fährt der Endspurtler als Weltmeister bei seinem Verein vor. Auch das dürfte dann ein Zeitpunkt für die ganz großen Gefühle sein.