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| 14:51 Uhr

Radsport
Wird Steffi Marth zur WM wieder schwach?

FOTO: Steffi Marth / Hansi_Heckmair
Plessa. Eigentlich sollte Steffi Marth aus Plessa nie wieder Rennen fahren – jedenfalls haben das die Ärzte gesagt. Doch jetzt ist die 32-Jährige wieder Deutsche Meisterin im Four-Cross. Von Jan Lehmann

Von Jan Lehmann

Eigentlich sollte Steffi Marth aus Plessa im Elbe-Elster-Kreis keine Mountainbike-Rennen mehr fahren. Schwerste Verletzungen an Arm und Handgelenk nach einem Rennen bei der Deutschen Fourcross Meisterschaft in Eisenhüttenstadt vor zwei Jahren hatten es eigentlich undenkbar gemacht - doch seit dem zurückliegenden Wochenende ist die 32-Jährige wieder Deutsche Meisterin. Ihr Sieg in Heidenheim in Baden-Württemberg ist eine kleine medizinische Sensation. Steffi Marth berichtet: „Mein Handgelenk ist immer noch nicht wieder richtig gesund und wird es wohl nie werden. Trotzdem hat mich vor einigen Wochen wieder das Rennfieber gepackt, weil ich einfach seit dem Sturz nicht loslassen konnte. Es war für mich ein sehr traumatisches Ereignis, ich musste einfach noch mal bei der DM an der Start gehen.“

Die Frauenklasse war mit der amtierenden Deutschen MTB Downhill und Enduro-Meisterin Raphaela Richter und der amtierenden Deutschen-Fourcross-Meisterin und vorherigen Vize-Weltmeisterin Franziska Meyer stark besetzt. Doch Steffi Marth hatte die Unterstützung ihrer kompletten Familie, die dabei sein wollte, wenn die Plessaerin nach zwei schweren Jahren mit vier Operationen und ziemlich viel Reha-Training nun wieder am Startgatter stand.

Marth war in der Zeitqualifikation die Schnellste, das Finale wurde unter Flutlicht am späten Abend ausgetragen. Die Plessaerin gibt zu: „Die Spannung und Aufregung waren für mich kaum mehr auszuhalten.“ Doch diese Anspannung setzte sie in Geschwindigkeit um. Die 32-Jährige setzte sich bereits in der ersten Kurve durch und konnte die Führung bis ins Ziel halten. Steffi Marth sagt selig: „Es war ein wahnsinniges Gefühl, diese Meisterschaft nach den ganzen Strapazen der vergangenen Jahre zu gewinnen, vor allem bei so starker Konkurrenz.“

Die Radsportlerin, die als Profi um die Welt tourt, um Bike-Kurse zu geben oder spektakuläre Fotos und Videos für Sponsoren zu produzieren, hat auch für diese Saison wieder große Pläne. Ihre nächsten Stopps sind Rabenberg im Erzgebirge, Willingen im Sauerland, Saalbach und Innsbruck in Österreich, Les Gets (Frankreich), Verbier, Zermatt, Davos in der Schweiz. Marth sagt: „Im Juli/August will ich dann noch mal Übersee etwas machen. Wahrscheinlich wieder Kanada.“ Doch ein Termin in der Heimat steht auch schon: Für den 1. September bahnt die heimatverbundene Fahrerin ein Bike-Festival auf der Bahn des RSV Plessa. Womöglich bringt sie dann nicht nur ihre Medaille von ihrem sechsten Deutschen Meister-Titel mit – sondern noch eine andere Plakette. Steffi Marth erklärt verschwörerisch: „Eigentlich sollte ich mit meiner Handverletzung keine Wettkämpfe mehr fahren. Aber wer weiß, ob ich nicht schon zur Weltmeisterschaft dieses Jahr im Juli nicht schon wieder schwach werde.“