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Wieder nur eine Frage der Höhe?

Lewandowski & Co. sind bereit – und die Statistik spricht auch für Bayern. Das Bundesliga-Eröffnungsspiel hat ein Titelverteidiger noch nie verloren.
Lewandowski & Co. sind bereit – und die Statistik spricht auch für Bayern. Das Bundesliga-Eröffnungsspiel hat ein Titelverteidiger noch nie verloren. FOTO: dpa
München. Der FC Bayern startet an diesem Freitag gegen Leverkusen. Ein Eröffnungsspiel in München glich in letzter Zeit einer Strafe. Klaus Bergmann und Dietmar Fuchs / dpa/swr

Endlich wieder Bundesliga - 90 Tage Sommerpause sind vorbei. Und die Eröffnungsspiel-Spezialisten des FC Bayern wollen als bewährte Hauptdarsteller dafür sorgen, dass gegen Bayer Leverkusen nach den üblen Randalebildern vom Skandalspiel in Rostock eine makellose Fußball-Show in gut 200 Länder übertragen wird. "Es ist ein Fest, auf das sich die ganze Welt freut", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge zur Auftaktveranstaltung am Freitag (20.30 Uhr/ZDF/Eurosport-Player) in der Münchner Allianz Arena.

Bayern gegen Bayer gilt auf den mit 75 000 Zuschauern voll besetzten Rängen nicht als Risikospiel. Und auf dem Platz erscheint die Sache auch eindeutig: Alles andere als ein Auftaktsieg der Münchner Stars müsste als erste Überraschung der 55. Spielzeit eingeordnet werden. Carlo Ancelotti machte vor dem Start in seine zweite Saison als Bayern-Coach eine klare Ansage. "Ich denke, wir können, wir wollen und wir müssen es besser machen!"

Leverkusens neuer Trainer Heiko Herrlich äußerte sich derweil kess zur Mega-Aufgabe für seine Mannschaft. "Die Frage muss sein: Mist für Bayern München, dass die jetzt gegen uns spielen müssen?", sagte er. Seit 2002 eröffnet der Meister die Bundesligasaison mit einem Heimspiel - und nie verlor der Titelverteidiger. Neunmal waren die Bayern im Einsatz, achtmal gewannen sie. Die aktuelle Serie steht bei vier Erfolgen. Und zuletzt gab es ein 5:0 gegen den HSV (2015) sowie einen 6:0-Rekordsieg gegen Werder Bremen vor zwölf Monaten.

"Es geht endlich los, jeder freut sich drauf. Das erste Spiel der Saison ist immer sehr wichtig, um direkt rein zu kommen", erklärte Joshua Kimmich. Und der Nachfolger von Philipp Lahm auf der rechten Abwehrseite ergänzte mit Blick auf eine anfangs holprige Vorbereitung angesichts der jüngsten Erfolge im Supercup und im DFB-Pokal: "Da haben wir gezeigt, dass wir den Schalter umlegen konnten."

Auf einen Aufstellungspoker mit Manuel Neuer verzichtete Ancelotti. "Kein Risiko", lautete die Begründung vier Monate nach Neuers Mittelfußbruch. Im Tor wird Sven Ulreich stehen, der sich gerade im Supercup gegen Dortmund in guter Verfassung präsentieren konnte. Auch Jérôme Boateng, Thiago, Javi Martínez, Juan Bernat und Real-Madrid-Leihgabe James Rodríguez werden bei Bayern noch fehlen.

Die sechste Meisterschaft am Stück steht dennoch ganz oben im Pflichtenheft der Münchner. Eine "2 minus" gab Ancelotti für sein erstes Bayern-Jahr. Präsident Uli Hoeneß sieht den teuersten Kader der Liga "sehr gut verstärkt" mit dem 41,5 Millionen Euro teuren Rekordeinkauf Corentin Tolisso, James sowie den deutschen Nationalspielern Sebastian Rudy und Niklas Süle. "Das sind hungrige Spieler, die den etablierten Spielern Feuer unter dem Hintern machen", lautet Hoeneß' Hoffnung.

Beim Neuanfang in Leverkusen heißt der Auftrag an Heiko Herrlich: zurück ins internationale Geschäft. "Herrlichen" Fußball soll es in Zukunft wieder zu sehen geben, einen mutigen Auftritt seiner neuen Mannschaft will der 45 Jahre alte Coach in München sehen. Dort konnte er am Ende der vergangenen Saison im Relegations-Rückspiel gegen 1860 München mit Regensburg den Zweitliga-Aufstieg feiern. Auch das war damals eine Überraschung. "Wir sehen's nicht olympisch nach dem Motto: Dabeisein ist alles", sagte Herrlich. Kapitän Lars Bender wird fehlen, hinter dem Einsatz von Youngster Kai Havertz steht "das größte Fragezeichen", wie Herrlich berichtete.

Die große Frage zum Ligastart aber lautet: Kann Bayer die Bayern zum Auftakt ärgern?

Zum Thema:
Hertha BSC will erst nach der ersten Partie das Saisonziel verkünden. "Bleiben wir erst einmal dabei, dass wir das erste Spiel gewinnen wollen", sagte Trainer Pal Dardai. Ob der Verein eine bestimmte Platzierung definieren wird, will der Coach erst noch festlegen. Alle Spieler haben ihre persön lichen Ziele bereits intern schriftlich festgehalten. Daraus soll dann die Vorgabe für die Saison gebildet werden. (dpa/swr)