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Wie kritisch ist Levy am Mikro mit seinen Kollegen?

Experte auf dem Rad: Maximilian Levy freut sich auf seinen Einsatz am TV-Mikrofon.
Experte auf dem Rad: Maximilian Levy freut sich auf seinen Einsatz am TV-Mikrofon. FOTO: dpa
Cottbus. Maximilian Levy aus Cottbus ist bei der Bahnrad-Europameisterschaft nicht am Start? Das ist so nicht ganz richtig! Denn der vierfache Weltmeister kommentiert an diesem Wochenende für den TV-Sender Eurosport die kontinentalen Titelkämpfen. Frank Noack

Normalerweise spricht Maximilian Levy (29) mit Bundestrainer Detlef Uibel über die Gestaltung des Trainings, die eigene Renntaktik sowie Stärken und Schwächen der Kontrahenten auf dem Rad.

Diesmal war alles anders. Levy hat sich mit dem Bundestrainer nicht als Rennfahrer, sondern als TV Experte unterhalten. "Ich habe sozusagen Recherche betrieben", schmunzelt der vierfache Weltmeister aus Cottbus. Denn am Samstag und Sonntag ist Levy für den TV-Sender Eurosport im Einsatz und analysiert an der Seite von Kommentator Ron Ringguth die Wettbewerbe der Bahnrad-Europameisterschaft in Saint-Quentin-en-Yvelines.

"Es ist schön, auch mal die andere Seite einer solchen TV-Produktion zu sehen", sagt Levy, der als Sportler normalerweise vor der Kamera steht und Fragen gestellt bekommt. Wegen einer Schulter-Operation im September kann der Cottbuser bei der EM zwar nicht selbst starten, wird aber vor allem bei den Kurzzeit-Wettbewerben genau hinschauen.

Wie kritisch kann Levy mit seinen Kollegen überhaupt sein? Denn anders als die meisten TV-Experten, die ihre Karriere beendet haben, geht Levy demnächst ja wieder mit seinen Konkurrenten auf die Bahn. "Aus meiner Sicht macht das keinen Unterschied. Ich werde schon auch aus dem Nähkästchen plaudern", kündigt er an. "Mir geht es aber in erster Linie darum, den Zuschauern den Bahnradsport näherzubringen und die Feinheiten zu er klären. Ich denke schon, dass ich mit meinen Erfahrungen einige interessante Details beisteuern kann."

Nach der gut verlaufenen Schulter-OP im Anschluss an die Olympischen Spiele in Rio beginnt der Cottbuser jetzt wieder mit dem Formaufbau. Seinen nächsten Renneinsatz hat Levy ab kommenden Dienstag bei den Sixdays in London. Voraussichtlich zwei Jahre will der Routinier noch als Profi auf dem Rad sitzen. "Das hängt aber natürlich von der Gesundheit, den beruflichen Perspektiven sowie möglichen Verbesserungen im Sportsystem in Deutschland ab", betont Levy, der beim Vattenfall-Nachfolger Leag im Bereich Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt ist.

Wird er nach dem Ende der Karriere sogar öfter als TV-Experte zu hören sein? Immerhin findet ja die WM 2020 in Berlin statt. Levy: "Vielleicht. In jedem Fall ist das ein sehr spannendes Thema."