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| 02:39 Uhr

Wer siegt beim Neustart der Weltmeister?

Shawn Barber
Shawn Barber FOTO: dpa
Cottbus. Das 15. Internationale Springermeeting erlebt am kommenden Mittwoch einen Dreikampf der Weltmeister: Mit Holzdeppe, Barber und Filippidis kommen drei ehemalige Champions – alle mit dem gleichen Wunsch: Cottbus soll für sie zum Neustart werden. Jan Lehmann und Susann Winter

2016 war kein gutes Jahr - jedenfalls für diese drei Stabhochspringer: Raphael Holzdeppe (27), Weltmeister von 2013, Kostas Filippidis (30), Hallen-Weltmeister von 2014, und Shawn Barber (22), Weltmeister von 2015, haben allesamt ein sehr durchwachsenes Sportjahr hinter sich.

Dabei hatte die Saison 2016 in der Halle noch vielversprechend begonnen: mit 5,84 Metern für Holzdeppe und Filippidis und sensationellen 6,00 Metern für Barber. Zum Saisonhöhepunkt kam aber für alle die Ernüchterung: Holzdeppe scheiterte bei den Olympischen Spielen in Rio in der Qualifikation - eine Sprunggelenksverletzung hatte ihn zuvor lange außer Gefecht gesetzt. Filippidis wurde in Rio nur Siebenter, Barber gar nur Zehnter. Geplatzte olympische Träume, eine Sommersaison zum Abhaken.

Vor allem für den noch jungen Shawn Barber, der sensationell in Peking Weltmeister geworden war, hatte sein erstes komplettes Profi-Jahr ein Auf und Ab zu bieten. Doch mit trockenem Humor kommentiert der Kanadier: "Man sagte mir, das sei charakterbildend." Nachdem der Charakter nun genug trainiert wurde, soll beim Springermeeting in der Lausitz-Arena nun der Aufschwung in alte, neue Höhen gelingen.

In Cottbus sind alle drei Weltmeister schon gesprungen - mit durchaus ansehnlichen Ergebnissen. Barber gewann das Meeting im vergangenen Jahr mit übersprungenen 5,70 Metern - und das nach einer abenteuerlichen Anreise mit dem Mietwagen von Paris, weil die Airline seine Stäbe nicht mitnehmen wollte. So transportierte der Kanadier seine besten Stücke selbst mit dem Auto die etwa 1100 Kilometer aus der französischen Hauptstadt in die Lausitz - sicher ein bemerkenswertes Bild auf der Autobahn.

Barber hat gute Erinnerungen an den folgenden Wettkampf: "Das Publikum war toll, es waren großartige Athleten am Start, und ich freue mich darauf, wieder in Cottbus zu springen."

Der Grieche Kostas Filippidis kommt bereits zum fünften Mal nach Cottbus. Er gewann das Springer-Meeting 2012 mit 5,72 Metern. Legendär der Siegestanz seines Trainers Dimitri, der damals einen wunderbaren Sirtaki durch die Lausitz-Arena vollführte. Damals fehlte eigentlich nur noch der Ouzo für die Siegesfeier.

Zweiter wurde in jenem Jahr Raphael Holzdeppe mit 5,66 Metern. Der 27-Jährige ist am Wochenende im saarländischen Merzig mit einem Sieg bei einer noch ausbaufähigen Höhe von 5,58 Metern in die Hallensaison gestartet. Gegenüber "leichtathletik.de" sagte er: "Ich habe so wenige Wettkämpfe gemacht und eine so lange Wettkampf-Pause wie noch nie in meiner Karriere. Ich habe einfach Lust, wieder Wettkämpfe zu bestreiten, egal wie es ausgeht. Dementsprechend war ich vielleicht ein wenig nervöser als normalerweise beim ersten Wettkampf, aber es hat dafür umso mehr Spaß gemacht."

Spaß zu haben, das sei für ihn das einzige Ziel in dieser Hallensaison. Nach seiner Durststrecke hat Holzdeppe offenbar wirklich Lust auf den Wettbewerb. So nimmt er die weite Fahrt aus seiner saarländischen Heimat Zweibrücken bis nach Cottbus auf sich - und hat dabei London im Blick.

Dort findet im August die Freiluft-WM statt und die ist Holzdeppes großes Ziel. Er sagt offen: "Es ist zwar noch ein langer Weg bis London, aber da hätte ich natürlich schon gerne meinen WM-Titel zurück." Vermutlich wird er sich auch dort unter anderem mit Filippidis und Barber um diesen Titel streiten - insofern bekommt das Springermeeting in Cottbus einen weltmeisterlichen Vorgeschmack.