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Wer nur Gas gibt, erreicht das Ziel nicht

Die Formel 1 startet in diesem Jahr völlig runderneuert durch. Es ist die größte technische Reform in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse. Hinzu kommen weitere wichtige Regeländerungen. dpa/jam

Motor: Die Ära der Saugmotoren ist vorbei. Die Formel 1 fährt ab diesem Jahr wieder auf den Turbo ab. Statt der 2,4-Liter-Triebwerke mit acht Zylindern stecken nun 1,6-Liter-Turbomaschinen mit sechs Zylindern unter der Fahrzeugabdeckung. Die sind deutlich leiser als die Vorgängeraggregate.

Hybridsystem: Das Hybridsystem ERS (Energy Recovery System) liefert zusätzlich 160 PS für 33,3 Sekunden - ein Quantensprung. Beim bisherigen KERS (Kinetic Energy Recovery System) waren es 82 PS für 6,67 Sekunden pro Runde. Das Mindestgesamtgewicht der Autos mit Fahrer wurde von 642 auf 690 Kilogramm heraufgesetzt.

Spritlimit: Erlaubt sind für jedes Rennen nur noch 100 Kilogramm Sprit. Die Folge ist, dass die Fahrer verbrauchsschonender fahren müssen. Wer nur auf dem Gaspedal steht, wird das Ziel nicht erreichen.

Fahrzeugnase: Sie wurde drastisch abgesenkt. Zuletzt war eine Maximalhöhe von 55 Zentimetern erlaubt. Nun sind es nur noch 18,5 Zentimeter von der Spitze der Rennwagen zum Boden. Die Nasen liegen damit unwesentlich höher als der Frontflügel. Der Grund für die Änderung: Durch die noch tiefer liegende Wagenspitze soll bei Kollisionen die Gefahr weiter gemindert werden, dass andere Piloten von ihr getroffen werden.

Frontflügel: Er ist schmaler geworden. Statt 1,80 Meter beträgt die erlaubte Maximalbreite 1,65 Meter. Auswirkung hat das auf die sogenannten Endplatten, die für die Luftführung vor den Vorderreifen wichtig sind.

Heckflügel: Das untere Heckflügel-Element, der sogenannte Beam wing, ist nicht mehr erlaubt. Für die Ingenieure besteht auch hier die Herausforderung darin, den dadurch verlorenen Abtrieb zu kompensieren.

Auspuff: Nur noch ein Endrohr ist erlaubt. Bislang wurden die Abgase über zwei seitliche Kanäle abgeleitet - und so auf das Heck geführt, dass auch dadurch weiterer Abtrieb und eine bessere Straßenlage erreicht wurde. Das neue Endrohr muss mittig angebracht sein. Es ist um fünf Grad nach oben abgewinkelt und liegt unter dem Heckflügel.

Startnummern: Erstmals tragen die Piloten nicht mehr die Startnummern nach der Abschlussrangliste der vorhergehenden Saison. Nur die 1 ist weiter dem Titelverteidiger vorbehalten, ansonsten durften sich die Piloten ihre Startnummer aussuchen - von 2 bis 99.