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| 02:41 Uhr

Wer folgt auf Schweinsteiger? DFB-Team braucht neuen Kapitän

Berlin. Joachim Löw muss sich wieder einen neuen Kapitän suchen. Wie nach dem WM-Triumph vor zwei Jahren, als Philipp Lahm seine DFB-Karriere beendete, ist nach einem Turnier wieder Schluss für den Mann mit der Binde. Nach Schweinsteigers Rücktritt gibt es reichlich Anwärter für das prominenteste Kapitänsamt. dpa/jam

Einen Nachfolger für Bastian Schweinsteiger wird Bundestrainer Joachim Löw erst vor dem ersten Länderspiel der kommenden Saison am 31. August gegen Finnland festlegen. Vier Tage später beginnt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Qualifikation für die WM 2018 in Russland. Das DFB-Team muss am 4. September in Norwegen antreten. "Ich glaube nicht, dass es eine Wahl geben wird. Der Bundestrainer als Chef wird entscheiden", hatte Manuel Neuer schon während der EM erklärt.

Das sind die Kandidaten für den Chefposten auf dem Rasen:

Manuel Neuer (30 Jahre/71 Länderspiele): Der Torhüter des FC Bayern gilt als Favorit. Schon bei der EM in Frankreich trug der 30-Jährige die Kapitänsbinde, als Schweinsteiger nach seiner Knieverletzung noch nicht fit war. Seit September 2014 agierte Neuer schon mehrmals als Aushilfs-Spielführer. Der Münchner genießt im Team großen Respekt.

Natürlich sei es immer eine Ehre, "die Mannschaft aufs Feld führen zu dürfen", sagte Neuer schon in Frankreich. "Aber ab dem Anpfiff macht es keinen Unterschied mehr, ob du eine Binde am Arm hast oder nicht. Da gibst du automatisch alles."

Jérôme Boateng (27/65): Der Münchner hat sich auch im Nationalteam zu einer Führungskraft entwickelt. In Frankreich trieb er auf dem Platz seine Mitspieler an -und setzte zudem kritische Akzente. "Es ist ein tolles Amt, eine große Ehre. Für mich ist es wegen der Hautfarbe und meinem Hintergrund noch mal etwas Anderes", hatte der Bayern-Star erklärt. "Aber es ist nicht so, dass ich diese Aufgabe brauche, um zu sagen: Ich habe es geschafft."

Beim EM-Test in Augsburg gegen die Slowakei (1:3) hatte Boateng nach der Auswechslung von Sami Khedira die Kapitänsbinde getragen.

Sami Khedira (29/65): Auch der Mittelfeldstabilisator von Juventus Turin ist immer bereit, Verantwortung zu übernehmen. Auf dem Weg zum WM-Triumph vor zwei Jahren in Brasilien hatte er deutlich die Meinung des Teams vertreten. Im November 2014 beim Freundschaftsspiel in Spanien führte er die Mannschaft erstmals als Kapitän auf das Feld. "Sami ist klug und clever. Er erfüllt die Aufgaben und kann das wahnsinnig schnell umsetzten. Er ist schon ein extrem wichtiger Spieler und Ansprechpartner für mich", lobte Löw den Leader während der EM überschwänglich. Führen wolle er sowieso immer, hatte Khedira betont.

Thomas Müller (26/77): Der Torjäger ist eine feste Größe bei Löw, auch wenn es für den 26-Jährigen vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München bei der EM in Frankreich nicht so gut wie bei den Weltmeisterschaften lief.

Im März trug Müller beim 4:1 im Testspiel gegen Italien bereits einmal die Kapitänsbinde. Es sei ein schönes Erlebnis gewesen, "gerade hier zu Hause", sagte Müller damals. Im Umgang "mit den Jungs" ändere die Binde aber nichts. Müller spricht Probleme immer offen an, zudem ist der Bayer eine wichtige Integrationsfigur.