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Wenn "Fußball-Rentner" wieder das Spielfeld erobern

Der langjährige Bayern-Star Alexander Zickler (l.) hat immer noch einen starken Schuss.
Der langjährige Bayern-Star Alexander Zickler (l.) hat immer noch einen starken Schuss. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Gestandene Fußballer, DDR-Oberligisten und ehemalige Bundesligisten haben sich am Samstag beim Traditionsturnier des FSV Glückauf Brieske/Senftenberg gemessen. Dynamo Dresden verteidigte seinen Titel in einem spannenden Finalkampf gegen die Tschechien-Auswahl. Die Traditionsmannschaften von Dortmund und Bayern landeten trotz Ehrgeiz nur im Mittelfeld. Anja Brautschek

So einige Gänsehaut-Momente haben die Zuschauer des 17. Traditionsturnieres in Senftenberg am Samstag erlebt. Namen wie Frank Mill, Dariusz Wosz oder Alexander Zickler schallen aus den Lautsprechern und lassen so manchen in Erinnerung an vergangene Fußballmomente schwelgen.

Vor allem Alexander Zickler kämpft verbissen um Siege. Die Haare sind zwar etwas lichter. Doch auf dem Platz macht er nach wie vor eine gute Figur. Mit schnellen Sprints hängt er so manchen Gegner ab und kann sich bei Zweikämpfen oft durchsetzen. Dabei ist er sonst als Nachwuchstrainer bei RB Salzburg an der Linie zu finden.

Konzentriert beobachten vor allem die jüngsten Zuschauer die Ballwechsel der einstigen Fußballprofis. Ihre Schüsse - viele landen außerhalb des Feldes - lassen erahnen, wie viel Kraft trotz Karriereende noch in ihren Beinen steckt. Die Knappen von Glückauf können da nicht mithalten und werden Tabellenletzter. Und manch ein Nachwuchskicker holt sich am Spielfeldrand noch ein paar Tipps beim Profi.

Alexander Zickler hält es aber nur kurz zum Verschnaufen an der Bande. Selbst beim Spiel um Platz fünf kann ihn eine Verletzung nicht aufhalten. Schmerzend hält sich der ehemalige FC Bayern München-Spieler (1993 bis 2005) und Nationalspieler (1998 bis 2002) das Knie, kann jedoch nach wenigen Schritten wieder normal laufen. Das Publikum steht hinter ihm: "Sowas könnt ihr doch nicht mit dem Zickler machen." Bis zur letzten Minute spielt er den Ball immer wieder schnell nach vorn. Die Hartnäckigkeit wird belohnt. Nach einem 0:2-Rückstand gegen den 1. FC Magdeburg sorgt Zickler für den Anschlusstreffer. Marcus Feinbier sichert mit einem Doppelpack den fünften Platz für die Allstars Bayern. Auf den vorderen Rängen müssen sie jedoch anderen den Vortritt lassen. Mit einem Durchschnittsalter von 44,85 Jahren ist das Team allerdings auch das älteste des Abends, gefolgt von der Traditionsmannschaft des FC Energie Cottbus (44,50 Jahre).

Die Cottbuser, die mit Altstars wie Sven Benken oder Toralf Konetzke angetreten sind, müssen sich in einem kleinen Finale gegen Borussia Dortmund beweisen. Schon zwei Minuten nach Anpfiff sorgen sie für den ersten Treffer. David Odonkor kann zwar den Anschlusstreffer erzielen. Doch vier Mal landet der Ball noch im Tor der Borussen. Die zuvor starken Schüsse des ehemaligen Dortmund-Stars (2002 bis 2006) können nicht mehr einschlagen. Verärgert zupft er sich an der Trikothose, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

Immerhin: Mit insgesamt sechs Treffern geht Odonkor als bester Torschütze aus dem Turnier. Michael Hofmann (Allstars Bayern), wird bester Torhüter, Radek Sirl (CZ-Auswahl) wird von den Mannschaftsbetreuern als bester Spieler ausgewählt.

Besonders spannend zeigt sich der Finalkampf. Erst im 10-Meter-Schießen kann die SG Dynamo Dresden gegen die Tschechien-Auswahl das Turnier für sich entscheiden und den Titel aus dem Vorjahr verteidigen. "Die Entscheidungsschießen waren schon im letzten Jahr das Spannendste. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet", erklärte die Senftenbergerin Christa Reimann. Die Stimmung sei gut, aber auch schon besser gewesen, so einige Zuschauer.

Abschlussplatzierungen:

1. SG Dynamo Dresden

2. Tschechien-Auswahl

3. FC Energie Cottbus

4. Borussia Dortmund

5. Team Allstars Bayern

6. 1. FC Magdeburg

7. 1. FC Union Berlin

8. FSV Glückauf Brieske/Senftenberg