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| 13:36 Uhr

Radsport
Weltweite Hilfe für verunglückte Kristina Vogel

Maximilian Levy und sein Team engagieren sich für #staystrongkristina.
Maximilian Levy und sein Team engagieren sich für #staystrongkristina. FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt
Cottbus. Der Große Preis von Deutschland am Wochenende in Cottbus stand ganz im Zeichen der Solidarität mit der schwer verletzten Radfahrerin. Von Frank Noack

Die Welle der Unterstützung für die in Cottbus schwer verunglückte Kristina Vogel wird immer größer und berührt mittlerweile Radsportler sowie Fans auf der ganzen Welt: Bei der von Vogels Erdgas-Team um den Cottbuser Maximilian Levy ins Leben gerufenen Crowd-Founding-Aktion ist nach nur zwei Tagen schon ein Betrag in fünfstelliger Höhe zusammengekommen. Bis Sonntagmittag wurden bereits über 30.000 Euro zugunsten der schwer an der Wirbelsäule verletzten Olympiasiegerin aus Erfurt gespendet.

„Es ist überragend, wie wahnsinnig gut die Aktion angenommen wird. Dafür können wir uns im Namen aller, die sich für Kristina engagieren, nur bedanken“, sagte Levy nach dem Großen Preis von Deutschland in Cottbus. „Die Unterstützung durch Geld, durch das Verbreiten unserer Hilfsaktion im Internet, aber auch die die vielen Emotionen beim Rennen am Wochenende helfen uns wirklich sehr.“

Der Große Preis von Deutschland in Cottbus war das erste Rennen nach dem tragischen Zusammenprall von Kristina Vogel mit einem niederländischen Nachwuchsfahrer am vergangenen Dienstag beim Training. Die 27-jährige Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin wird im Berliner Unfall-Krankenhaus Marzahn weiter intensivmedizinisch betreut. Zu ihrem Gesundheitszustand gibt es keine Neuigkeiten, weitere Operationen stehen wohl bevor.

Unter dem Internet-Hashtag #staystrongkristina (Bleib stark, Kristina) hatten Levy und das Erdgas-Team am Freitag eine Crowd-Founding-Aktion gestartet, bei der 50.000 Euro als Soforthilfe für Kristina Vogel und ihre Familie gesammelt werden sollen. Die Unterstützung für die Hilfsaktion ist enorm. Beim Großen Preis hatten alle Fahrer das Preisgeld von insgesamt rund 4000 Euro gespendet. „Kristina wird viel Rehabilitation brauchen, um zurück ins Leben zu kehren“, hieß es in dem von Maximilian Levy unterschrieben Aushang im Fahrerlager.

Viele Radsportler und Fans haben das Anliegen mittlerweile auch im Internet weitergetragen. Radsport-Größen wie der sechsfache Olympiasieger Chris Hoy aus Großbritannien haben ebenfalls Hilfe zugesagt. Hoy wird ein signiertes Trikot für #staystrongkristina zur Verfügung stellen. Straßenprofi André Greipel hat bei der Deutschen Meisterschaft am Wochenende in Einhausen ebenfalls um Unterstützung geworben.

Viele Sportler, Trainer und Betreuer hatten beim Großen Preis in Cottbus neongelbe Armbinden, T-Shirts oder Kappen getragen, auf denen der Hashtag #staystrongkristina zu sehen war. „Das zurückliegende Wochenende war neben der wichtigen Hilfe für Kristina auch ein Stück Therapie für uns, die Geschehnisse zu verarbeiten“, erklärt Levy.

Der 31-jährige Cottbuser war am Dienstag als einer der ersten Helfer am Unfallort und hatte seiner langjährigen Wegbegleiterin beigestanden. Auch Levy ist von der weltweiten Anteilnahme berührt: „Normalerweise sind wir Sprinter alle Einzelkämpfer. Aber die zurückliegenden Tage haben gezeigt, dass der Sport auch eine große Familie sein kann.“

Auch in den Wettkämpfen setzten Levy & Co. ein beeindruckendes Zeichen. Am Freitag fuhr der Routinier in der Sprint-Qualifikation mit 9,700 Sekunden so schnell wie noch nie in Cottbus. Am Ende belegte er Platz zwei. Am Samstag holte sich Levy dann gemeinsam mit Maximilian Dörnbach und Nik Schröter den Sieg im Teamsprint.

Für ein weiteres Achtungszeichen aus Lausitzer Sicht sorgte die wieder erstarkte Emma Hinze vom Track Team Brandenburg. Genau wie Levy fuhr sie im Sprint nach langer Verletzungspause auf Rang zwei. „Über dieses Ergebnis freue ich mich riesig“, erklärte Hinze.

www.staystrongkristina