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| 18:35 Uhr

Radsport
Weltmeisterlicher Glanz in Cottbus

Küsschen für die Goldmedaille: Im März bei der Weltmeisterschaft in Apeldoorn gewannen Roger Kluge (r.) und Theo Reinhardt den Titel im Madison.
Küsschen für die Goldmedaille: Im März bei der Weltmeisterschaft in Apeldoorn gewannen Roger Kluge (r.) und Theo Reinhardt den Titel im Madison. FOTO: dpa / Peter Dejong
Cottbus. Die Madison-Titelträger Roger Kluge und Theo Reinhardt zählen zu den Favoriten ab Freitag bei den Cycling Days. Doch das Starterfeld ist wieder hochkarätig besetzt - das wissen auch die Weltmeister. Von Frank Noack

Die amtierenden Weltmeister gehen natürlich standesgemäß mit der Trikotnummer 1 an den Start. Außerdem sind Lokalmatador Roger Kluge und sein Partner Theo Reinhardt aus Berlin die Titelverteidiger bei den „International Cycling Days“, die von Freitag bis Sonntag auf der Radrennbahn in Cottbus unter der Regie des RK Endspurt ausgetragen werden. „Wir sind bereit und freuen uns auf spannenden Radsport“, sagt der Sportliche Leiter Eberhard Pöschke.

Die Augen der Lausitzer Radsport-Gemeinde dürften beim Start am Freitag um 19 Uhr diesmal ganz besonders auf Roger Kluge gerichtet sein. Immerhin geht der 32-Jährige vom gastgebenden RK Endspurt mit Theo Reinhardt diesmal als Weltmeister an den Start. Im März fuhr das Duo bei der WM im niederländischen Apeldoorn ins Regenbogentrikot im Madison, also dem Zweiermannschaftsfahren. „Trotz des Trikots bin ich immer noch derselbe Roger Kluge. Es ist immer schön, nach Cottbus zurückzukommen und seinem Heimatverein etwas zurückgeben zu können“, erklärt Kluge, der seit 2016 Ehrenmitglied beim RK Endspurt ist. Der gebürtige Eisenhüttenstädter lebt mit seiner Familie mittlerweile in Berlin.

Für den ehemaligen Schüler der Lausitzer Sportschule war es in Apeldoorn die vorläufige Krönung seiner radsportlichen Laufbahn. Mit dem Regenbogentrikot ging ein sportlicher Traum in Erfüllung.  Denn 2008 war Kluge bereits WM-Zweiter im Madison – damals gemeinsam mit Olaf Pollack – und hatte außerdem Olympia-Silber im Punktefahren geholt. „Seit 2008 schaue ich nach diesem Regenbogen-Trikot. Jetzt habe ich es – ich bin unglaublich glücklich“, erklärte Kluge nach dem Rennen in Apeldoorn.

Gemeinsam mit Theo Reinhardt bereitet er sich langfristig auf den Madison-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio vor. Als Weltmeister werden sie auch dort zum Favoritenkreis gehören.

Allerdings muss der Cottbuser auf dem Weg nach Tokio weiterhin  den schwierigen Spagat zwischen den Straßenrennen und den Bahn-Wettbewerben bewältigen. Denn Kluge steht beim australischen Team Mitchelton-Scott als Straßenprofi unter Vertrag. Erst Mitte Mai kehrte er aus einem fast vierwöchigen Höhentrainingslager in den USA nach Deutschland zurück.

Zu den härtesten Konkurrenten für die Titelverteidiger von Cottbus dürfte auch diesmal der Vorjahreszweite Yoeri Havik gemeinsam mit Wim Stroetinga aus den Niederlanden zählen. Damals fiel die Entscheidung erst im Zielsprint der letzten Jagd, als sich Kluge unter dem Jubel der Fans gegen Havik durchsetzte und die knappe Führung nach Punkten behauptete.

Und wie könnte die Rollenverteilung diesmal aussehen? „Meine Beine sind gut, die Form ist da“, blickt Roger Kluge auf die dreitägige Rundenhatz auf der Betonbahn in Cottbus voraus. „Natürlich wollen wir als Titelverteidiger mein Heimrennen wieder gewinnen. Aber Theo und ich befinden uns derzeit mitten in der Straßensaison. Wir werden auf jeden Fall alles geben. Wenn es dann trotzdem nicht zum Sieg reichen sollte, wäre das aber kein Weltuntergang, denn die anderen Jungs können ja schließlich auch Rad fahren.“

Zumal mit den Ex-Europameistern Andreas Graf und Andreas Müller (Österreich) sowie Tristan Marguet/Claudio Imhof (Schweiz) weitere Top-Paarungen am Start sind. Dazu kommen mit Leif Lampater und Christian Grasmann zwei ganz erfahrene Sixdays-Fahrer nach Cottbus.

Für Lokalkolorit sorgen neben Roger Kluge auch der aus Finsterwalde stammende Henning Bommel sowie Nico Heßlich (Cottbus). Bommel hatte 2017 gemeinsam mit Lampater den 3. Platz belegt. Diesmal fährt er in einem Team mit Kersten Thiele.

Das LKT Team Brandenburg schickt die Youngster Christian Koch, Richard Banusch, Moritz Malcharek und Philip Weber an den Start. Dazu kommt mit Carlos Ambrosius ein gebürtiger Forster. „Unsere jungen Fahrer sollen vor allem Erfahrung sammeln. Sie wollen sich vor dem heimischen Publikum aber natürlich auch möglichst gut präsentieren“, erklärt LKT-Manager Steffen Blochwitz vor dem Rennen im Zeichen des Regenbogentrikots.

Lokalmatador Roger Kluge (l.) gewann im vergangenen Jahr gemeinsam mit Theo Reinhardt in Cottbus.
Lokalmatador Roger Kluge (l.) gewann im vergangenen Jahr gemeinsam mit Theo Reinhardt in Cottbus. FOTO: Frank Hammerschmidt