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Weiter Streit um künftige Verteilung der Fördergelder

Berlin. Es geht um das große Geld für den deutschen Spitzensport. Welcher Verband bekommt künftig wie viel? Und nach welchen Kriterien soll der Kuchen verteilt werden? Es wird weiter gestritten, auch wenn es Fortschritte gibt. dpa/noc

Die Reform des deutschen Spitzensports kommt trotz aller Kritik von Athleten und Wissenschaftlern voran. Auch wenn bei einer öffentlichen Anhörung im Sportausschuss des Deutschen Bundestages erneut von Sportlern und Wissenschaftlern Kritik laut wurde, kamen die Mitgliedsverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Vortag in Frankfurt/Main einer gemeinsamen Position näher. Die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), leitete in Berlin eine Runde mit acht Experten und Athleten sowie Spitzenvertretern des deutschen Sports.

Bei Wissenschaftlern stößt vor allem auf Zweifel, ob Erfolge von Sportarten mit mathematischen Methoden vorherzusagen und davon die Höhe der Förderung abzuleiten sind. Der Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Wolfgang Maennig, 1988 Olympiasieger im Rudern, hält ein solches Potenzialanalysesystem (PotAS) für eine problematische Methode. Er plädierte vor allem für eine aktuelle Bewertung als Grundlage für Förderung. Die beste Vorhersage, "das ist der jetzige Erfolg". Das sieht der Sportwissenschaftler und Philosoph Gunter Gebauer von der Freien Universität Berlin ähnlich. "Zukünftige Erfolge von Sportlern kann man nicht wissenschaftlich bestimmen", sagte er. Die Kanutin Franziska Weber, Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2012 in London, forderte vor allem, dass Leistungssportler finanziell besser abgesichert sein müssten und ausreichend Geld in die Qualifizierung von Trainern investiert werde. Da gebe es Nachholbedarf.

Derzeit beraten die Verbände des DOSB, der Deutsche Bundestag und Vertreter des für den Sport zuständigen Innenministeriums, wie Deutschlands Spitzensportler international leistungsfähiger werden können. Kern frage ist, an welche Kriterien die millionenschwere Förderung gebunden wird. Konkret geht es um Fördergelder in Höhe von bis zu 170 Millionen Euro. Sportverbände, die zuletzt bei Olympischen Spielen und internationalen Meisterschaften vergleichsweise schlecht abgeschnitten hatten, fürchten um Mittel.