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| 01:23 Uhr

Weinender Ekström gewinnt seinen zweiten DTM-Titel

Nach der aufreibendsten DTM-Saison hat Mattias Ekström dem Automobilhersteller Audi im brisanten Duell mit Mercedes ein Happy End beschert. Mit seinem dritten Platz auf dem Hockenheimring sicherte sich der Schwede zum zweiten Mal den Deutschen- Tourenwagen-Masters-Titel und wurde damit Nachfolger von Mercedes-Routinier Bernd Schneider. Von Karl Reichert

"Das war für mich das schlimmste Rennen überhaupt", sagte der völlig geschaffte 29-Jährige, der nach der Zieldurchfahrt mit den Tränen kämpfen musste. Für Audi war es der dritte Gesamtsieg seit der Wiedereinführung der DTM vor sieben Jahren. 2002 hatte Laurent Aiello für die Ingolstädter gewonnen, zwei Jahre später war Ekström erstmals DTM-Champion.
Während Mercedes-Fahrer Jamie Green beim aufregenden Saisonfinale überlegen vor Audi-Pilot Timo Scheider zu seinem zweiten Sieg fuhr, schaffte Ekströms ärgster Titelrivale Bruno Spengler trotz einer großartigen Vorstellung nicht mehr die Wende. Der kanadische Mercedes-Pilot fuhr hinter dem neuen DTM-Champion auf den vierten Platz. In der Enttäuschung klagte der 24-Jährige, der zum zweiten Mal hintereinander Vize-Meister wurde, über unfaire Attacken, ohne aber Namen zu nennen. "Ich muss jetzt nach vorn schauen", sagte er.
Erstmals seit 2000 waren drei Fahrer mit Titelchancen zum Finale auf dem Hockenheimring gereist. Doch für den dritten Anwärter Tomczyk waren vor rund 70 000 Zuschauern bereits nach der dritten Kurve alle Chancen dahin. Bei einer Kollision mit seinem Marken-Kollegen Timo Scheider und Green wurde der Reifen seines Audis beschädigt. Tomczyk musste an die Box fahren. Die Aufholjagd vom Ende des Feldes blieb ohne Lohn. Er wurde Neunter. Nach zehn Rennen lag Ekström mit 50 Zählern vor Spengler (47) und Tomczyk (40).
Trotz des verlorenen Titels war Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug mit der Teamleistung zufrieden. "Wir haben sieben von zehn Rennen gewonnen. Wir haben hier wieder gezeigt, wo der Hammer hängt. Trotzdem: Glückwunsch an Audi", sagte er. Sein Audi-Kollege Wolfgang Ullrich war erleichtert, dass die von umstrittenen Vorfällen überschattete Saison ein stimmungsvolles Ende fand: "Das war ein tolles Finale, das der DTM würdig war."
In der turbulenten Anfangsphase, als das Safety-Car wegen eines Unfalls von Gary Paffett im Mercedes auf die Strecke musste, behielt Ekström die Übersicht. Von Platz drei gestartet, ging der Schwede bereits in der ersten Runde in Führung. Nur Jamie Green, der beim Skandalrennen in Barcelona vor drei Wochen seinen ersten Sieg feierte, konnte Ekström folgen. Nach dem achten Durchgang ging der Mercedes-Pilot an dem Audi-Fahrer vorbei und setzte sich schnell ab.

ZUM THEMA DTM-Ergebnisse
10. Lauf, in Hockenheim (37 Rd. á 4,574 km): 1. Jamie Green (Großbritannien) - AMG-Mercedes C-Klasse 1:00:19,948 Std.; 2. Timo Scheider (Altach) - Audi A4 + 3,696 Sek.; 3. Mattias Ekström (Schweden) - Audi A4 + 7,235; 4. Bruno Spengler (Kanada) - AMG-Mercedes C-Klasse + 7,669; 5. Bernd Schneider (St. Ingbert) - AMG-Mercedes C-Klasse + 11,079.
Fahrer-Wertung, Endstand nach 10 Läufen: 1. Mattias Ekström (Schweden) - Audi A4 50 Pkt.; 2. Bruno Spengler (Kanada) - AMG-Mercedes C-Klasse 47; 3. Martin Tomczyk (Rosenheim) - Audi A4 40.