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Weggefährten und Freunde ehren „Mäcki“ Lauck

SG Sielow. Samstagvormittag auf dem Gelände der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportanlage im Cottbuser Stadtteil Sielow: Am Gebäude des Sozialtrakts fanden sich Weggefährten, Freunde und entfernte Verwandte des 33-fachen DDR-Fußball-Nationalspielers Reinhard Lauck ein. Rudolf Neuland

Hier ging er seine ersten Kicker-Schritte. An diesem Tag wäre er 60 Jahre alt geworden.
Mehr als 150 Gäste nahmen an der feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel für „Mäcki“ Lauck teil, der am 22. Oktober 1997 unter ungeklärten Umständen in Berlin verstarb.
Als prominente Ehrengäste erschienen Ex-Nationaltrainer Georg Buschner, Jürgen Bogs, Meistercoach des BFC Dynamo, die früheren Auswahlspieler Lothar Kurbjuweit und Peter Ducke (FC Carl Zeiss Jena), Manfred Zapf (1. FC Magdeburg) und Reinhard Häfner (Dynamo Dresden). Für die Cottbuser Kämpen Klaus Stabach, Hajo Prinz und Uli Koinzer (FC Energie) war die Anwesenheit ebenso eine Selbstverständlichkeit wie für die Radio- und Fernseh-Reporterlegende Heinz Florian Oertel. Der Initiator, Organisator und Gedenkplatten-Spender Georg „Schorsch“ Zielonkowski erklärte, wie die Idee für das Ereignis entstand. „Sie kam mir, nachdem Anfang 2006 in Cottbus der Walk Of Fame eingerichtet wurde. Dort ist auch Reinhard Lauck als einer von vielen Olympiamedaillen-Gewinnern unserer Heimatstadt verewigt.“
„Schorsch“ , langjähriger Energie-Stadionsprecher, erinnerte an wichtige Lebensabschnitte des gebürtigen Sielowers. So richtig gezündet habe es bei ihm bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. So kam Zielonkowski auch auf das 74-er WM-Spiel DDR-BRD zu sprechen. „Reinhard Lauck spielte auf Erich Hamann. Der schlug einen weiten Pass auf Jürgen Sparwasser und Spari machte das goldene Tor. Es erfüllt mich immer wieder mit Stolz zu sagen: Mäcki Lauck - einer von uns war dabei.“
Die Gedenktafel enthüllte Ballwart Werner Hanschke (73) unter starkem Beifall der Sielower. Er hatte vor mehr als vierzig Jahren das SGS-Vereinslogo und die gelb-schwarze Vereinsfahne entworfen.
Zielonkowski zitierte aus einem Bericht der „Berliner Zeitung“ vom 3. November 1979 mit dem Titel „Tod auf der Straße“ . Dort hieß es, dass die Polizei den Fall des Aufgefundenen als den einer „hilflosen Person“ zu den Akten legte. Doch der Autor ging bei seinen Formulierungen in die Tiefe. Er würdigte den Ex-BFCer als einen echten Arbeiter, einen guten Kerl. Solche wie ihn gebe es heute nicht mehr. Seine sportlichen Erfolge ließ er dabei nicht unerwähnt: Pokalsieger mit Union Berlin, DDR-Meister mit dem BFC, in den 33 Länderspielen schoss der Mittelfeldmann mit Defensiv- und Offensivqualitäten drei Tore. 1976 war er in Montreal Olympiasieger. Die Zeitung teilte den Lesern auch mit, dass Mäckis Knie kaputt waren. Nach dem Abschied vom Fußball 1981 „verlor sich seine Spur zwischen Autowerkstätten und viel Bier“ . Klaus Stabach: „Vielleicht hatte Mäcki nicht immer die besten Freunde um sich. Doch egal, was geschah - für mich ist es eine Ehrensache und Selbstverständlichkeit heute dabei zu sein. Reinhard war ein Riesenfußballer. Deshalb kam er schon mit 17 Jahren in unsere 1. Männermannschaft.“
Jürgen Bogs erzählte, dass der Zivilangestellte Lauck einer derjenigen bei den Hohenschönhausenern war, die für seinen Einsatz als Cheftrainer plädierten. Lothar Kurbjuweit erinnerte sich an seinen ständigen und ruhigen Zimmerkollegen bei Länderspielen. Mittelstürmer-Idol Peter Ducke nannte ihn mit leiser Stimme einen bissigen, technisch versierten Akteur mit Stammplatz, dem er einige seiner 14 Auswahltreffer verdanke. Manfred Zapf äußerte: ein bescheidener Mensch, für mich einer der ganz Großen des DDR-Fußballs. Der Filigrantechniker Reinhard Häfner wartete mit zwei Anekdoten auf und schloss als gläubiger Mensch: „Wenn Mäcki uns jetzt von oben zuhört, dann freut er sich.“ Der Dresdner drückte aus, was wohl jeder dachte: „Die Zeit des Trauerns ist vorbei. Wir erinnern uns an Mäcki so wie er war.“ Hier sei nicht auf die Tränendrüse gedrückt worden, sondern seines viel zu frühen Todes in Würde gedacht worden.
Der 80-jährige Georg Buschner, begleitet von Ehefrau Sonja, charakterisierte Lauck als feinen Menschen - sehr anerkannt, beliebt bescheiden, gesellig, humorvoll. „Alle seine Länderspiele hat er unter meiner Regie gemacht.“ Auch zum größten deutschen olympischen Fußballerfolg habe er maßgeblich beigetragen. Voller Stolz fügte der noch immer drahtige „Buscher“ hinzu: „Gold hat die alte Bundesrepublik dort nie geschafft. Kein Herberger, kein Schön, kein Derwall.“
Heinz Florian Oertel waren die Schlussbemerkungen vorbehalten. Als er die Einladung für diesen 16. September bekam, gab es für ihn nur eins - ein spontanes Ja. Alle anderen Termine blieben außen vor. Schließlich habe er als Cottbuser die Ehre gehabt , die meisten Länderspiel-Einsätze Reinhard Laucks für die elektronischen Medien zu kommentieren. Oertel dankte ausdrücklich seinem Freund und Kollegen Georg Zielonkowski, der dieses Treffen ermöglichte und finanzierte.