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"Watergate" und Fehlentscheidung – Braunschweig in Rage

Wolfsburg. Nach der "Water gate"-Affäre von Wolfsburg und dem fatalen Fehler von Schiedsrichter Sascha Stegemann könnte bei Eintracht Braunschweig die Motivation für das Relegations-Rückspiel größer nicht sein. Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht brachten eine geflutete Gästekabine und ein fataler Elfmeterpfiff beim unglücklichen 0:1 (0:1) am Donnerstag beim VfL Wolfsburg so richtig in Rage. Carsten Lappeund Lars Reinefeld

Für das Rückspiel am Montagabend (20.30 Uhr/ARD und Sky) kündigte Lieberknecht Revanche an - höflich und diskret verpackt.

"Es gibt noch ein zweites Spiel, das wissen wir alle", sagte Lieberknecht mit funkelnden Augen und schob hinterher: "Montagabends in Braunschweig - da weiß man schon, was da los ist. Es wird ein Feuerwerk geben." Lieberknecht hielt sich in dem Moment noch zurück. Mimik und Gestik verrieten aber: Es brodelte im Coach des Zweitliga-Dritten. Was den Eintracht-Coach schon früh auf Betriebstemperatur gebracht hatte, verriet Braunschweigs Manager Marc Arnold: Der krasse Außenseiter hatte seine eigene "Watergate"-Affäre erlebt. "Erstaunlicherweise waren alle unsere Schuhe nass, die wir vor dem Spiel in der Kabine schon hingestellt hatten", berichtete Arnold. Demnach sei die Gästekabine regelgerecht mit Wasser geflutet worden.

Geht es nach den Gästespielern, soll der VfL dies noch bereuen. "Wenn es ihnen hilft, sollen sie es machen. Aber es gibt einen Fußballgott, der bestraft so etwas", sagte Eintracht-Kapitän Ken Reichel. Die Motivationsansprache für Montag kann sich Lieberknecht sparen. "Unser Stadion wird brennen", meinte Abwehrspieler Saulo Decarli und Torhüter Jasmin Fejzic kündigte an: "Ganz Braunschweig steht hinter uns. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen."

Kurz zuvor hatte Lieberknecht seine Emotionen weniger im Griff gehabt. Mit wüsten Pöbeleien ob eines fatalen Pfiffes von Schiedsrichter Stegemann stapfte der Trainer in die gewässerte Kabine. "Die ganze Saison im Arsch gemacht! Die ganze Saison. Deswegen hasse ich die Relegation", schrie Lieberknecht.

Ein ungutes Gefühl hatten die Eintracht-Verantwortlichen schon vor der Partie. Von Schiedsrichter Stegemann fühlte sich der Zweitligist bereits im Derby bei Hannover 96 vor einigen Wochen benachteiligt.

Im Nachbarschaftsduell beim VfL nun entschied Stegemann mit einem fatalen Fehler das Spiel zugunsten des VW-Clubs. Der entscheidende Treffer von Mario Gomez (35. Minute) fiel nach einem unberechtigten Handelfmeter. Das bekannte selbst Stegemann. "Wenn ich jetzt die Fernsehbilder sehe und alle zur Verfügung stehenden Perspektiven auswerte, dann muss man sagen, dass es besser gewesen wäre, auf den Pfiff zu verzichten", sagte der Referee bei Sky.