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| 01:40 Uhr

Was wird aus Van Gaal?

München. Die Zeit von Trainer Louis van Gaal beim FC Bayern München neigt sich dem Ende entgegen. Die dritte Niederlage in acht Tagen offenbarte alle Probleme des Rekordmeisters, dessen Coach in der Führung keine Fürsprecher mehr fand. Einen Schnellschuss gab es aber nicht.

Für Louis van Gaal scheint das Ende beim FC Bayern nur eine Frage der Zeit. Zwar kam der niederländische Fußball-Lehrer am Sonntagmorgen wie gewohnt zur Nachbereitung des Spiels zum Trainingsgelände, aber nach der bitteren Pleite des Vortages und dem drohenden Aus im Kampf um die Champions-League-Qualifikation sprachen die Zeichen für eine rasche Trennung. Einen Schnellschuss gab es nicht, aber der Satz von Präsident Uli Hoeneß nach dem 1:3 bei Hannover 96 war vielsagend. “Man muss handeln und nicht reden„, sagte Hoeneß, der mit van Gaal in den vergangenen Monaten heftig aneinandergeraten war. Selbst der Münchner Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, bislang der Fürsprecher van Gaals, verweigerte dem Trainer die Rückendeckung. “Ob wir über den Trainer diskutieren, weiß ich nicht„, sagte er unmittelbar nach dem erneuten Tiefschlag.

Intensiv berieten die Bayern-Bosse die heikle Situation des Clubs. Die Mannschaft war wie gewohnt am Sonntag zum Auslaufen an den Vereinssitz gekommen. Und im Team hat der Coach immerhin noch Fürsprecher. Offen schien wie am Vorabend nur, wann van Gaal gehen muss. “Ich glaube, wir müssen das jetzt mit aller Rationalität sacken lassen, analysieren und dann versuchen, gute und richtige Entscheidungen zu fällen„, hatte Rummenigge gesagt. Die Frage ist vor allem die: Welcher Übungsleiter ist auf die Schnelle zu haben und kann eine Wende besser bewerkstelligen als van Gaal es könnte?

Der Niederländer wirkte nach der 1:3-PLeite bei Überraschungsmannschaft Hannover ebenso wenig kämpferisch wie zuvor seine Mannschaft und schien sich in sein Schicksal ergeben zu haben. Nicht er, sagte der Coach, die Vorstände müssten “eine Entscheidung treffen oder sie sprechen das Vertrauen aus. Sie entscheiden, ob sie mir noch die Rückendeckung geben oder nicht.„ Aber der Zuspruch blieb demonstrativ aus. Rummenigge sagte: “Die Niederlage und die Art und Weise der Niederlage tut weh. Wir haben katastrophale acht Tage hinter uns.„

Für van Gaals bisherigen Unterstützer war es “der absolute Tiefpunkt der Saison„. Die Qualifikation für die Champions League ist für die Münchner aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen. Der niedersächsische Emporkömmling liegt fünf Zähler vor dem Rekordmeister, Bayer Leverkusen schon sieben. Van Gaal offenbarte trotz der Chancenlosigkeit eine sehr eigene Wahrnehmung. Er sprach vom “Löwenherz„, mit dem sein Team gekämpft habe - doch diese Sichtweise hatte der Trainer alleine für sich. Seine Elf zeigte viel zu wenig Einsatz, kam nach den 96-Treffern durch Mohammed Abdellaoue (16.) und Konstantin Rausch (51.) zwar zum Anschlusstor von Arjen Robben (55.). Doch nach dem dritten 96-Treffer durch Sergio Pinto (62.) ergaben sich die Bayern ihrem Schicksal. dpa/tus