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VW statt Mercedes beim DFB

Joachim Löw, seit 2011 Markenrepräsentant, läuft nach einer Pressekonferenz an einem Mercedes vorbei. Ab 2019 wird es ein VW sein.
Joachim Löw, seit 2011 Markenrepräsentant, läuft nach einer Pressekonferenz an einem Mercedes vorbei. Ab 2019 wird es ein VW sein. FOTO: dpa
Frankfurt/Main. Der silberne Mercedes-Stern auf der Brust der deutschen Fußball-Weltmeister wird vom schlichten VW-Symbol ersetzt – und auch Joachim Löw als Markenrepräsentant für die Stuttgarter Automobile wird es nicht mehr geben. Der bisher so markentreue Deutsche Fußball-Bund bricht mit einer langen Tradition: Volkswagen löst Mercedes-Benz von Januar 2019 an nach fast einem halben Jahrhundert als Generalsponsor ab. Jens Mende

Der Wolfsburger Konzern wird damit zum Top-Geldgeber im deutschen Fußball. Die Partnerschaft im DFB-Pokal ist durch den neuen Kontrakt bis 2024 ausgeweitet, dafür wurden bisher jährlich geschätzte sechs Millionen Euro gezahlt. Nun möchte VW angesichts des immer noch nicht ausgestandenen Abgasskandals auch mit dem heiß begehrten Spitzenprodukt Nationalmannschaft das angekratzte Image aufpolieren.

"Auch wenn die Vorgänge nicht vergleichbar sind, eint den DFB und VW die Notwendigkeit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die richtigen Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Der Verband war durch die Affäre um die Vergabe der WM 2006 in eine Vertrauenskrise geraten.

Über die Summe, die Volkswagen mit dem neuen Kontrakt bis 31. Juli 2024 dem DFB überweist, wurde offiziell nichts bekannt. Grindel sprach am Freitag allerdings von einer "signifikanten Steigerung der Einnahmen". Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte im Vorfeld mit 25 bis 30 Millionen Euro pro Jahr und damit einer dreifachen Steigerung gegenüber dem Mercedes-Engagement spekuliert.

Das Löw-Team ist für VW das Wertvollste an dem Deal. Denn die TV-Bilder mit Manuel Neuer, Mesut Özil und Co. sind nicht nur zu Turnierzeiten omnipräsent. "Der DFB beweist mit den deutschen Nationalmannschaften Mut, Innovationskraft und den unbedingten Willen zum Erfolg. Diese Werte gelten auch für Volkswagen", erklärte VW-Markenchef Herbert Diess. Für Daimler ist der verlorene Bieterwettbewerb eine herbe Niederlage.