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Vorbereitung zu Hause bei Mama

Die Pflege von Mutter Sandra verhalf Eishockey-Star Leon Draisaitl zu Kraft im Duell gegen Italien.
Die Pflege von Mutter Sandra verhalf Eishockey-Star Leon Draisaitl zu Kraft im Duell gegen Italien. FOTO: dpa
Köln. Vor dem Showdown gegen Lettland wird NHL-Star Leon Draisaitl daheim gepflegt. Der Topstürmer genießt im deutschen WM-Team eine Sonderrolle. Carsten Lappe und Kristina Puck

(dpa/abh) Sandra Draisaitl ist derzeit vielleicht die wichtigste Person im deutschen Eishockey. Die Mama des in dieser Saison zum NHL-Star aufgestiegenen Leon Draisaitl soll den Ausnahmekönner im deutschen Team bis zum WM-Spiel am Dienstag gegen Lettland (20.15 Uhr/Sport 1) so richtig fit machen. Der 21-Jährige durfte in der Nacht zum Sonntag bei seiner Mutter übernachten und mit ihr den Muttertag verbringen, wie Bundestrainer Marco Sturm nach Draisaitls WM-Traumeinstand beim 4:1 gegen Italien verriet. "Das hat er sich auch verdient."

Keine zehn Stunden nach seiner Landung in Frankfurt am Main führte der Jungstar der Edmonton Oilers das deutsche Team am Samstagabend bei der Heim-WM in seiner Heimatstadt Köln zu einem eminent wichtigen Sieg. "Ich bin hier aufgewachsen. Ich habe hier angefangen, Eishockey zu spielen und habe viel gelernt. Natürlich ist das etwas Besonderes für mich, hier zu spielen", sagte Draisaitl.

Im Duell mit den Letten hat die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nun die Möglichkeit, die erneute Qualifikation für das Viertelfinale perfekt zu machen. "Man kann das als Achtelfinale sehen. Wer gewinnt, ist im Viertelfinale", sagte WM-Topscorer Dominik Kahun.

Entscheidenden Anteil daran hatte der vermeintliche Heilsbringer auch dank seiner Mutter. "Er ist direkt nach Hause, hat von der Mama was zu essen bekommen und noch ein paar Stündchen geschlafen", berichtete Sturm über die Zeit nach Draisaitls strapaziösem Neun-Stunden-Flug aus Calgary. "Es ist natürlich logisch, dass ich nicht bei 100 Prozent bin und nicht ganz ausgeruht bin. Aber keine Ausreden. Ich wollte hier sein, ich wollte der Mannschaft helfen. Und ich denke, dass es ein gelungener Start war", sagte Draisaitl. Nach dem Playoff-Aus der Edmonton Oilers nur knapp drei Tage vor dem Italien-Spiel hatte Sturm seinen besten Mann nachnominiert. Draisaitl bekam vom Coach dafür liebend gerne eine Sonderrolle zugestanden.

"Er macht alle Spieler besser, egal, wer auf dem Eis ist", lobte Sturm. Keine vier Minuten waren gegen einen allerdings schwachen Gegner am Samstag gespielt, da bediente Draisaitl Kapitän Christian Ehrhoff mit einem tollen Pass vor dem 1:0. Draisaitls Sturmpartner Matthias Plachta, der den zweiten Treffer schoss (19.), war begeistert: "Das ist schon unglaublich, was der Junge drauf hat." Es funktionierte gegen Italien, muss nun aber auch im ungleich schwierigerem Duell mit den bislang überraschend starken Letten klappen. "Es ist klar, dass das Lettland-Spiel das Wichtigste für Deutschland bei diesem gesamten Turnier wird. Es wird ein enges, hartes Spiel werden, und ich erwarte einen großen Kampf", sagte Draisaitl.