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Von Pizza-Träumern und PC-Freaks

Die Nacht war kurz, die Busfahrt zurück nach Cottbus feuchtfröhlich: Ausgelassen feierten Spieler, Trainer und Offizielle des LHC Cottbus nach dem 34:28-Sieg beim ATSV Stockelsdorf die vorzeitige Meisterschaft in der Regionalliga Nordost und den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga (die RUNDSCHAU berichtete). LHC-Cheftrainer und Meistermacher Dietmar Rösicke stellt als Gastautor in der RUNDSCHAU seine Aufstiegshelden vor. Von Dietmar Rösicke

Michael Galia (34 Jahre/Torwart): Unser „Gallus“ würde auch gut als Italiener durchgehen. Mit seiner heißblütigen Art kann er die Halle zum Kochen bringen. Apropos Kochen: „Gallus“ träumt davon, nach seinem Karriereende eine Pizzeria aufzumachen - zusammen mit seinem Bruder, dem tschechischen Nationaltorwart Martin Galia.
(21/Torwart): Er wäre zwar gern zehn Zentimeter größer, ist aber trotzdem ein großer Torwart. Marco hat Ausdauer ohne Ende und könnte ohne Probleme den Berlin-Marathon mitlaufen.
Tobias Reichmann (18/Rechtsaußen): Er ist unser Küken. Ich habe in meiner Laufbahn schon viele Spieler gesehen, aber noch keinen mit einer so enormen Sprungfähigkeit aus dem Stand. „Ippe“ ist auch enorm schnell, hat ein riesiges Potenzial. Er muss jetzt aus seinem Talent was machen.
(20/Rückraum rechts): Er verschläft öfter mal die Abfahrt. Auf dem Platz ist „Speiche“ dagegen meist hellwach. Hat sehr gute Anlagen, muss aber an Muskelmasse zulegen.
(23/Rechtsaußen): Unser Mister 100 Prozent. „Junior“ haut sich aber immer voll rein und stellt sich in den Dienst der Mannschaft.
(22/Kreisläufer): Bei „Reimi“ liegen Genie und Wahnsinn eng zusammen. Trotz seiner Jugend hat er schon enorm viel Erfahrung, hat noch mit dem USV Cottbus in der 2. Bundesliga gespielt. Er ist das Sprachrohr der Mannschaft, aber auch die Stimmungskanone. Er könnte übrigens auch problemlos bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär?“ mitmachen. Er hat ein riesiges Allgemeinwissen.
Alexander Knispel (19/Rückraum Mitte): Legt nur auf dem Spielfeld mal seinen Laptop zur Seite. Er ist unser PC-Freak, versorgt uns immer mit Filmen und Neuigkeiten. Trotz seines Alters - er ist der zweitjüngste im Kader - verfügt er schon über große Ruhe und Abgeklärtheit.
Toni Podpolinski (20/Rückraum rechts): Er ist einer unserer wichtigsten Spieler. Er hat sehr gute handballerische Voraussetzungen. In der Abwehr muss er noch besser werden. Als Kassenwart ist er dagegen schon unerbittlich und ganz, ganz hartnäckig. Ich musste gerade erst wieder zehn Euro für Meckern abdrücken!
Alexei Procopzov (24/Rückraum links): Unser Neuzugang. Er konnte noch nicht viel zeigen, aber ich bin sicher, wir werden an „Boris“ noch viel Freude haben. Er muss halt die Sprache lernen und die Vorbereitung mit der Mannschaft machen.
Dimitri Chukhrov (34/Linksaußen): Nach seinem Kreuzbandriss ist er in dieser Saison wieder sehr, sehr stark. Er hat richtig Power, dazu viel, viel Erfahrung. Ein richtiges Schlitzohr.
Rudolf Varak (26/Rückraum Mitte): Rudi hat sich immer besser zurecht gefunden, könnte aber noch etwas torgefährlicher werden. Unser Denker und Lenker hat - was viele nicht wissen - eine abgeschlossene Ausbildung als Koch. Auf die erste Einladung zum Essen wartet die Mannschaft allerdings noch.
Martin Robert (21/Linksaußen): „Marlies“ geht ab wie eine V1-Rakete. Er ist mit Abstand unser schnellster Spieler - und hat Kraft ohne Ende, weshalb wir ihn manchmal auch „Pitbull“ nennen.
Tommi Sillanpää (28/Kreisläufer): Unser finnischer Nationalspieler war ein absoluter Glücksgriff, unsere wichtigste Verpflichtung. Unser Abwehrchef hat noch ein Jahr Vertrag. Außerhalb des Platzes ist er eher introvertiert: Tommi ist eine absolute Leseratte und macht neben dem Handball ein Fernstudium der Sozialpädagogik.
Daniel Grobelny (33/Rückraum links): Er hat einen richtigen Bums. Daniel ist unser Mann für die wichtigen Tore aus dem Rückraum, hat schon über 150-mal in dieser Saison getroffen. Will noch ein Jahr weitermachen.

Aufgezeichnet
von Thomas Juschus

Zur PERSON Der Meistermacher
Dietmar Rösicke hat den LHC Cottbus am 11. Januar 2005 als Cheftrainer übernommen. Der gebürtige Cottbuser war zuvor beim ASK Frankfurt (Oder), Bayer Leverkusen, L'eliana Valencia (Spanien) und zuletzt beim Frankfurter HC tätig. Mit den FHC-Frauen gewann Rösicke 1997 den EHF-Cup, schaffte 2002 den Aufstieg in die Bundesliga, gewann 2003 den DHB-Pokal und 2004 die deutsche Meisterschaft. Der 47-Jährige, der in Friedland wohnt, hat beim LHC Vertrag bis 30. Juni 2008. Rösicke ist mit Ex-Nationalspielerin Bianca Urbanke-Rösicke verheiratet (zwei Kinder).