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Vom Auslandseinsatz bis zur Hochzeitsreise

Spremberg. Beim KSC Asahi Spremberg fehlen ausgerechnet bei dem Heimderby in der Judo-Bundesliga gegen den UJKC Potsdam viele wichtige Kämpfer. pm/jal

Ist das schon der letzte Heimkampf für die Judoka des KSC Asahi Spremberg in dieser Bundesliga-Saison? Der Aufsteiger empfängt am Samstag den UJKC Potsdam zum Erstliga-Derby (18 Uhr) in der Halle in Neu Haidemühl. Nur wenn die Spremberger Rang vier in der Nordstaffel erreichen, schaffen sie den Sprung ins Viertelfinale und können auf einen weiteren Heimkampf hoffen. Bei noch zwei ausstehenden Wettkampftagen ist das für den Tabellenfünften noch durchaus möglich. Doch am Samstag kommt das Team aus der Landeshauptstadt als Favorit in die Lausitz.

Der Spremberger Vereinsvorsitzende Dirk Meyer betont jedoch: "Zu Hause brauchen wir uns vor niemandem verstecken, auch wenn Potsdam eine super Truppe zusammenhat und der Favorit ist. Wir wollen mit unserem Publikum im Rücken für die nächste Überraschung sorgen."

Bereits zweimal konnten die Spremberger über unerwartete Punktgewinne jubeln - zum Saisonauftakt mit dem Remis gegen Witten und danach beim sensationellen Unentschieden bei Judo in Holle. Zuletzt in Hamburg hatten die Spremberger allerdings eine zwar einkalkulierte, aber dennoch derbe Niederlage gegen den amtierenden Deutschen Meister kassiert.

Die Stimmung im Team ist trotzdem hervorragend. "Niemand hat von uns einen Sieg in Hamburg erwartet. Nur die Jungs waren leicht euphorisiert und haben gedacht, es geht so weiter. Vielleicht war die Klatsche aber gar nicht so schlecht. Auf jeden Fall hat sie uns auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und gezeigt, wir müssen kämpfen und unseren Teamgeist beschwören", so Trainer Mike Göpfert.

Der Coach trägt vor dem Heimderby gegen Potsdam aber auch einige Sorgenfalten auf der Stirn. Mit Vincent Giller, Emil Kosjanik und Fabian Meyer sind gleich drei Spremberger Talente mit der Juniorennationalmannschaft zum Lehrgang in Brasilien. Luc Meyer weilt mit der Jugendnationalmannschaft in Straßburg beim internationalen Trainingscamp und der etatmäßige 60er Maximilian Zimmermann hat ein gebrochenes Handgelenk.

Kapitän Stefan Niesecke befindet sich auf seiner wohlverdienten Hochzeitsreise, in derselben Gewichtsklasse fehlen auch Domenik Schönefeldt (Europacup in Slowenien) und Vladislav Gavrilov (Schulterverletzung) und Schwergewichtler Sebastian Bähr ist im Auslandseinsatz. Hinzu kommen noch die langzeitverletzten Johannes Karsch, Hannes Vetter und Danni Tempel.

Somit gehen die Spremberger nur mit Außenseiter-Chancen in das ungleiche Duell mit dem top besetzten Gegner. Die Potsdamer sind in der laufenden Saison noch unbesiegt. Zu ihrem Team gehören auch zwei ehemalige Spremberger. Linus Zarse und Paul Böhme begannen ihre Judokarriere beim 1. Spremberger Gesundheitssportverein und trainieren seit mehreren Jahren am Stützpunkt in Potsdam. Von einer brisanten Begegnung will Vereinschef Meyer aber nicht reden: "Die beiden Jungs sind schon lange in Potsdam und sehr faire Sportler. Die Zwistigkeiten der beiden Spremberger Judovereine haben auf der Matte nix zu suchen und dies leben wir schon seit Jahren", so Meyer.

Neben diesen beiden hoffnungsvollen Talenten, Zarse ist wie Asahi-Talent Luc Meyer zweifacher Deutscher Juniorenmeister, gibt es noch jede Menge großer Namen beim UJKC. Baruch Shmailov, der israelische Europameister und WM-Dritte der Junioren, Yanislav Gerchev und Ivaylo Ivanov, die beiden bulgarischen Europameister und Olympiateilnehmer von Rio, oder der Juniorenweltmeister und Vizeweltmeister der Männer, Krisztian Toth aus Ungarn, sind die herausragenden Athleten.

Spremberg kann da wohl nur den Teamgeist entgegensetzen. Doch der hat ja in Neu Haidemühl schon einige Judo-Wunder bewirkt.