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Volle Konzentration und Sonnenschein

Kapitän Christian Ehrhoff (l.) setzt auf "ein Gemisch aus locker- und fokussiert-sein" am Dienstagabend.
Kapitän Christian Ehrhoff (l.) setzt auf "ein Gemisch aus locker- und fokussiert-sein" am Dienstagabend. FOTO: dpa
Köln. Volle Konzentration! Die Vorbereitung auf das wichtigste Spiel der laufenden Heim-WM begannen Deutschlands Eishockey-Cracks am Montag überpünktlich. Schon einige Minuten vor dem vom Weltverband vorgegebenen Trainingstermin fuhren Leon Draisaitl und Co. Carsten Lappe und Kristina Puck

über das Eis, um sich auf das Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Lettland am Dienstag (20.15 Uhr/Sport1) einzustellen. "Das wird eine Schlacht bis zum bitteren Ende", erklärte Bundestrainer Marco Sturm zum Finale um den Viertelfinal-Einzug. Nur mit einem Sieg geht es in die K.o.-Runde. "Wir sind bereit für einen großen Abend", verkündete Sturm.

Demonstrativ gelassen schlenderte Kapitän Christian Ehrhoff nach der Einheit zur großen WM-Arena in Köln. "Das Wetter ist toll. Ich habe versucht, jeden möglichen Sonnenstrahl mitzunehmen", sagte der einst bestbezahlte Verteidiger der Welt mit einem Grinsen und berichtete von "einem Gemisch aus locker- und fokussiert-sein" im Team.

"Unsere Fans müssen so laut sein wie noch nie bei der WM", forderte Sturm von wieder knapp 19 000 Zuschauern. Auch beim Bundestrainer wurden Erinnerungen an seinen bislang wichtigsten Sieg als Bundestrainer im vergangenen September wach. Schon damals stand ein Entscheidungsspiel gegen Lettland an. Es ging um die Olympia-Qualifikation, Deutschland musste in Riga gegen die Gastgeber und die lärmende Kulisse ran. "Damals war der Druck noch größer. Größeren Druck hatte ich noch nie in einem Spiel für die Nationalmannschaft", sagte Ehrhoff nun.

Mit sieben NHL-Spielern im Kader trotzte die Auswahl des Deutschen-Eishockey-Bundes (DEB) dem Druck jedoch und gewann. Sturm sprach vom besten Spiel des Nationalteams unter seiner Verantwortung. "Absolut. Bis jetzt kam noch kein Spiel in die Nähe. Was das Spielerische und das Taktische betrifft, war das schon sehr gut." Auch damals war Ausnahmespieler Draisaitl dabei und schoss ein Tor. Eine ähnliche starke Leistung und einen seitdem in der NHL zum Weltstar gereiften Draisaitl in Topform braucht die DEB-Auswahl auch diesmal.

Ausgeruht nach einem Tag Pflege bei der Mama daheim in Köln kam Draisaitl am Montag frisch rasiert zum Training des deutschen Teams. "Er fühlt sich besser als vor zwei Tagen", berichtete Sturm über den erst am Samstag aus Calgary eingeflogenen NHL-Star. "Er hat noch einiges im Tank und will das auch zeigen."

Zum Thema:
"Lettland ist eine Top-Mannschaft und mit dem neuen Trainer sehr gut organisiert", sagt der deutsche Coach Marco Sturm. Der Kanadier Bob Hartley, der 2001 mit Colorado den Stanley-Cup gewann, trat erst im Dezember seinen Posten an. Elvis Merzlikins vom Schweizer Club HC Lugano zählt zu den besten Torhütern dieser WM.