| 02:39 Uhr

Vogel und Levy top – dahinter Sorgenfalten

Olympiasiegerin Kristina Vogel war beim Großen Preis von Deutschland in Cottbus wieder eine Klasse für sich. Im Sprint distanzierte sie die russische Topfahrerin Anastasia Wojnowa sehr deutlich.
Olympiasiegerin Kristina Vogel war beim Großen Preis von Deutschland in Cottbus wieder eine Klasse für sich. Im Sprint distanzierte sie die russische Topfahrerin Anastasia Wojnowa sehr deutlich. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Bahnsprint-Bundestrainer Detlef Uibel sieht nach dem Cottbuser Großen Preis von Deutschland Probleme in der zweiten Reihe. Jan Lehmann

Die Freude war groß, die Leistungen großartig. Lokalmatador Maximilian Levy und Olympiasiegerin Kristina Vogel haben den 27. Großen Preis von Deutschland auf der Cottbuser Radrennbahn mit ihren Doppelsiegen zu einem echten Ereignis gemacht. Beide Vorzeigefahrer der deutschen Bahnradsprinter präsentierten sich in bestechender Form - und dennoch konnten sie damit die Sorgenfalten von Bundestrainer Detlef Uibel nicht glätten.

Der 58-Jährige zog ein zwiespältige Fazit nach dem Grand Prix, der für viele Sportler auch gleichzeitig das Ende der Sommersaison bedeutete. Uibel erklärte: "Kristina und Max waren überragend. Besonders bei Levy war es imponierend, wie er sich zurückgemeldet hat. Aber ingesamt muss ich sagen: Die sogenannte zweite Reihe hat für meine Begriffe ziemlich enttäuscht. Da habe ich einige Sachen gesehen, über die wir noch einmal reden müssen."

Tatsächlich hatte Uibel abseits der Vogel-Levy-Show nur bedingt Grund zur Freude. Der Teamsprint-Sieg von Miriam Welte und Pauline Grabosch war angesichts der überschaubaren Konkurrenz erwartbar. Dass dagegen Robert Förstemann, der für den RSC Cottbus fährt, kaum ins Geschehen eingreifen konnte, war ein Dämpfer - genau wie das schwache Sprint-Resultat des Erfurters Maximilian Dörnbach.

Ein kleiner Trost: Beispielsweise die britischen Teamsprint-Olympiasieger Philipp Hindes und Callum Skinner hatten auch Probleme. Sie kamen bis auf Skinners siegreiche Teilnahme am Teamsprint-Trio in den Einzeldisziplinen nur unter ferner liefen ein.

Und aus Cottbuser Sicht? Die von Uibel zuletzt kritisierten Lausitzer Talente konnten zumindest kleine Achtungszeichen setzen. Der Bundestrainer dürfte registriert haben, dass Nik Schröter mit dem U23-Teamsprint-Trio bis ins Finale gegen die Briten vorstieß. Uibel hat Schröter als möglichen Anfahrer für das deutsche Team im Blick. Moritz Meißner (Track Team Brandenburg) mühte sich im Keirin und kam immerhin ins kleine Finale - genau wie Anton Höhne beim Kampfsprint der Junioren.

Die derzeit verletzte Cottbuserin Emma Hinze konnte von der Tribüne aus zumindest über die Siege ihres Bruders jubeln: Carl Hinze gewann mit starken Vorstellungen im Sprint und Keirin der Junioren. Allerdings startet er nicht wie seine Schwester für den RSC Cottbus - sondern für den Schweriner SC.