ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:40 Uhr

Vier Monate Sperre für Calhanoglu

Ein Vertrag mit Trabzonspor von 2011 ist Hakan Calhanoglu zum Verhängnis geworden.
Ein Vertrag mit Trabzonspor von 2011 ist Hakan Calhanoglu zum Verhängnis geworden. FOTO: dpa
Leverkusen. Leverkusens Profi kann nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs in dieser Saison nicht mehr eingesetzt werden. Grund ist eine Vertragsverletzung. Claas Hennig / dpa/jam

Fußball-Profi Hakan Calhanoglu von Bayer Leverkusen ist vom Internationalen Sportgerichtshofs für vier Monate gesperrt worden. Der CAS bestätigte am Donnerstag eine Entscheidung des Weltverbandes Fifa von Anfang 2016. Dem 22-Jährigen wird Vertragsverletzung vorgeworfen. Die Sperre gilt von sofort an. Zudem muss er 100 000 Euro Strafe zahlen. Der Richter-Spruch ist nicht anfechtbar.

Für den türkischen Nationalspieler ist die Saison damit beendet. Er wird dem Tabellenneunten schon an diesem Freitag im Auswärtsspiel bei seinem früheren Verein Hamburger SV fehlen. Von dort wechselte Calhanoglu im Jahr 2014 für gut 14 Millionen Euro nach Leverkusen.

Hintergrund des Urteils ist eine Auseinandersetzung zwischen Calhanoglu und dem türkischen Verein Trabzonspor. Der türkische Nationalspieler hatte 2011 als 17-Jähriger einen Vertrag mit Trabzonspor unterschrieben. Er verlängerte dann jedoch seinen Vertrag beim Karlsruher SC und wechselte später zum HSV. Trabzonspor sah darin eine Vertragsverletzung, der Sichtweise schloss sich die Fifa an - und nun auch der vom Management Calhanoglus angerufene Internationale Sportgerichtshof CAS.

Calhanoglu gab sich im Interview des Kölner "Express" kämpferisch. Er habe schon einges in seiner Karriere erlebt. "Diese Angelegenheit wird mich nur noch stärker machen." Das Schlimmste sei für ihn, dass sein Club in Mitleidenschaft gezogen werde. "Das macht mich traurig. Ich habe Schuldgefühle, es tut mir unendlich leid."

Er habe 2011 zufällig mitbekommen, "dass sich mein Vater in Darmstadt in einem Restaurant mit Vertretern von Trabzonspor trifft". Sein Vater habe zu ihm gesagt, er müsse den Vertrag unterschreiben. "In unserer Kultur hat der Vater das Sagen. Es gehört sich nicht, ihm keinen Respekt entgegen zu bringen", so Calhanoglu. "Ich war 17 Jahre alt und war mir der Tragweite nicht bewusst. Ich hatte doch nur Fußball im Kopf."

Bis zum CAS-Beschluss war die Suspendierung durch die Fifa ausgesetzt. "Wir bedauern natürlich diese für uns in keiner Weise nachvollziehbare Entscheidung", sagte Sportdirektor Rudi Völler in einer Bayer-Stellungnahme. "Sie ist ein schwerer Schlag für Hakan, aber auch für uns. Obwohl Bayer 04 Leverkusen nichts mit den Vorgängen im Jahr 2011 zu tun hat, werden auch wir schwer bestraft. Nun fehlt uns in der entscheidenden Saisonphase ein ganz wichtiger Spieler."

Bayer kämpft in der Bundesliga als Neunter um einen Europapokalplatz. In der Champions League spielt die Werkself im Achtelfinale gegen Atletico Madrid.