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| 02:43 Uhr

Viele Tore und ein fliegendes Schwein

Eine Provokation als Eigentor: Prompt als die Dynamo-Fans 2016 das lila Schwein steigen ließen, schoss Aue das 1:1. Und eine DFB-Strafe gab es auch noch.
Eine Provokation als Eigentor: Prompt als die Dynamo-Fans 2016 das lila Schwein steigen ließen, schoss Aue das 1:1. Und eine DFB-Strafe gab es auch noch. FOTO: Imago/img1
Aue/Dresden. Landeshauptstadt gegen Erzgebirge, Aufstiegsträume gegen Abstiegsangst: Das Duell zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue birgt jede Menge Brisanz und reichlich Tradition. Nicht immer geht es geschmackvoll zu. Jens Maßlich und Fabian Held

Wenn am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) die beiden sächsischen Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden zum 89. Mal aufeinandertreffen, könnten die Gefühlswelten nicht weiter auseinander liegen. Während der Aufsteiger aus der Landeshauptstadt frei von allen Sorgen aufspielen kann, kämpft der Aufsteiger im Lößnitztal um jeden Punkt für den Klassenerhalt.

Geschichtsträchtig: Das Duell besitzt eine lange Tradition. Anfangs noch als Wismut Aue und Volkspolizei Dresden, trafen die Teams seit 1951 in 88 Liga-Partien aufeinander. Dresden hat in der Bilanz die Nase vorn: 37 Spiele gewann die Mannschaft aus der Landeshauptstadt, 26 Mal siegte Aue, 25 Partien endeten remis. Zu DDR-Zeiten gab es 59 Oberliga-Duelle, von denen Dresden 32 für sich entschied, Aue zwölf.

Nach der Wende: Seit dem Mauerfall hat sich die Bilanz zugunsten der "Veilchen" gedreht. Von 29 Liga-Partien gewann Aue 14, zehnmal wurden die Punkte geteilt. Dresden ging lediglich in fünf Partien als Sieger vom Platz. Der letzte Dynamo-Erfolg datiert vom 30. September 2012, die Elbestädter siegten mit 3:1.

Auswärtsbilanz: Das Erzgebirge ist für Dynamo keine gute Adresse. Der letzte Sieg liegt mehr als 20 Jahre zurück. Dresden gewann 1996 im "Erzgebirgsstadion" mit 2:1. Aues damaliger Coach: Dynamo-Idol und heutiger SGD-Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Torreichste Partien: Wenn die beiden sächsischen Konkurrenten aufeinandertreffen, sind Tore meist garantiert. Nur drei Partien endeten torlos. Den höchsten Sieg feierte Aue 1951 mit 5:0, die Dresdner 1983 mit 6:0. Die meisten Treffer im sächsischen Duell fielen 1971, das Dynamo damals mit 5:3 für sich entschied.

Größter Derby-Erfolg: Im Entscheidungsspiel um die DDR-Meisterschaft 1953 standen die SG Dynamo und Wismut Aue nach 32 Spieltagen punktgleich auf dem ersten Tabellenplatz. Die Entscheidung fiel am 5. Juli im mit 50 000 Fans besetzten "Walter-Ulbricht-Stadion" zu Ost-Berlin: Die Dresdner gewannen 3:2 nach Verlängerung und feierten die erste von acht Meisterschaften.

Kuriositäten: Seit 1985 trennten sich beide Teams 14-mal mit einem Unentschieden - alle Partien gingen 1:1 aus. Ebenso das Duell am 30. April 2016. Dynamo hatte den Aufstieg in die 2. Bundesliga bereits geschafft. Beim Stand von 1:0 präsentierten Dresdens Fans einen lila Ballon in Form eines Schweins und ließen ihn Richtung Gästeblock schweben. Just in dem Moment traf Aues Mario Kvesic zum Ausgleich. "Die Veilchen" machten ebenfalls den Aufstieg perfekt und versuchten danach, den Ballon als Glücksbringer zu kaufen - ohne Erfolg.

Hinspiel: Aue zeigte seine beste Leistung diese Saison im Hinspiel in Dresden und feierte mit 3:0 auch den höchsten Sieg. Das Team von Trainer Pavel Dotchev beendete eine SGD-Serie von zuvor 14 ungeschlagenen Spielen. Die Dynamo-Anhänger ließen den Ballon wieder steigen - aufgrund einer Geldstrafe durch den Deutschen Fußball-Bund allerdings außerhalb des Stadions.

Trainer-Bilanz: Uwe Neuhaus und Pavel Dotchev standen sich elfmal mit verschiedenen Vereinen gegenüber. Die Bilanz ist ausgeglichen. Jeder konnte vier Spiele gewinnen, dreimal trennten sie sich mit einem Unentschieden.