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| 02:44 Uhr

Viel Gold und etwas Tafelsilber

Olympiasieger Krisztian Berki aus Ungarn ist am Pauschenpferd eine Augenweide. Doch die Konkurrenz ist stark.
Olympiasieger Krisztian Berki aus Ungarn ist am Pauschenpferd eine Augenweide. Doch die Konkurrenz ist stark. FOTO: dpa
Cottbus. Cottbus ist den Turnstars eine Reise wert: Olympiasieger sowie Welt- und Europameister sind auch in diesem Jahr wieder bei der prestigeträchtigen Veranstaltung in der Lausitz-Arena am Start. Ein echter Cottbuser Lokalmatador fehlt – aber mit dem Ukrainer Oleksandr Suprun turnt immerhin das Tafelsilber des SC Cottbus. Jan Lehmann

Wenn die Sportler beim 38. Turnier der Meister alle ihre Medaillen von den großen Wettbewerben mitgebracht hätten, dann würde es ab diesem Donnerstag ziemlich klimpern und glitzern in der Lausitz-Arena. Unter den 160 Sportlern aus 40 Nationen sind etliche Titelträger dabei, die sicherlich auch ohne ihre Plaketten für den einen oder anderen Bling-Bling-Effekt in Cottbus sorgen werden.

Am Pauschenpferd beispielsweise könnte es richtig funkeln: Mit dem Ungar Krisztian Berki und dem Briten Daniel Keatings trifft dort der Olympiasieger auf den Europameister. Am Boden dürfte es ähnlich spektakulär werden: Dort treten beispielsweise Ex-Weltmeister Diego Hypolito aus Brasilien und der amtierende Europameister Alexander Shatilov aus Israel an.

Shatilov gilt auch als heißer Anwärter auf den Titel am Reck. Dort muss er allerdings Vorjahressieger Andreas Bretschneider schlagen - und auch den Ukrainer Oleksandr Suprun. Der WM-Teilnehmer ist in diesem Jahr so etwas wie das Tafelsilber des SC Cottbus im Kampf um den Klassenerhalt in der Deutschen Turnliga (DTL). Nach der Schulteroperation von Punktegarant Christopher Jursch liegt noch mehr Verantwortung auf Suprun, der als einziger Gaststarter für Cottbus antreten wird. Angesichts der extrem jungen Cottbuser Mannschaft ist er beinahe schon die Lebensversicherung für den SCC. Beim Turnier wird man schon sehen können, wie gut der 26-Jährige für den schon vorentscheidenden Auftaktwettkampf am kommenden Wochenende gegen den Aufsteiger Siegerländer KV in Form ist.

Bei den Damen bringt allein schon "Queen Mum" Oksana Chusovitina ziemlich viel Glanz in die Lausitz-Arena - und das nicht nur wegen ihrer herrlich strahlenden Augen. Die 38-Jährige startet zum 16. Mal in Cottbus. 1989 war sie als 13-Jährige zum ersten Mal beim Turnier der Meister dabei. Seitdem ist sie der Veranstaltung treu geblieben. Sie sagt: "Es ist irgendwie immer so, als ob ich nach Hause komme. Hier fühle ich mich sehr wohl."

Ein Olympiasieg und zwölf Titel beim Turnier der Meister stehen unter anderem in der Erfolgsbilanz von Oksana Chusovitina. Und die Turn-Legende kommt nicht, um noch ein bisschen die gute Lausitzer Luft zu genießen. Ihr Plan steht fest: 2016 will sie in Rio ihre siebten Olympischen Spiele erleben. Ein Sieg in Cottbus wäre ein guter Schritt in diese Richtung.

Doch die Konkurrenz ist stark: Die rumänische Schwebebalken-Europameisterin Larisa Iordache gilt als Topfavoritin. Doch auch die ungarische Weltcup-Siegerin Noemi Makra oder die WM-Silbermedaillengewinnerin Yulia Inshina aus Aserbaidschan gelten als Siegkandidatinnen. Dazu die deutschen Frauen: Cheftrainerin Ulla Koch erklärt: "Alle unsere vier Starterinnen haben Finalchancen." So starten beispielsweise Olympiafinalistin Janine Berger und Kim Bui am Sprung - das ist auch Chusovitinas Paradedisziplin. Ein verheißungsvoller Wettbewerb, der auch ein bisschen Bling-Bling verspricht.