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Viel Arbeit für Popiesch

Premiere: Thomas Popiesch soll die Lausitzer Füchse vor dem Abstieg retten. Gestern machte er sein erstes Spiel als Trainer des Tabellenletzten.
Premiere: Thomas Popiesch soll die Lausitzer Füchse vor dem Abstieg retten. Gestern machte er sein erstes Spiel als Trainer des Tabellenletzten. FOTO: Aswendt
Der neue Trainer Thomas Popiesch bekam gleich in seinem ersten Spiel schonungslos vor Augen geführt, dass auf ihn und die Lausitzer Füchse noch viel Arbeit bis zum angestrebten Klassenerhalt wartet. Mit dem 1:5 gegen den Tabellenzweiten REV Bremerhaven kassierte Weißwasser gestern Abend die 16. Saisonniederlage und bleibt Schlusslicht der 2. Bundesliga. Von FRANK NOACK

Auch beim Popiesch-Debüt standen die verunsicherten Füchse auf verlorenem Posten. Denn Bremerhaven, das mit insgesamt 13 Förderlizenz- Spielern und vier kompletten Reihen antrat, machte erwartungsgemäß viel Druck. In diesem Wirbel drohte Weißwasser wie schon am Sonntag im letzten Spiel unter Ex-Coach Fred Carroll beim 0:10 in Landshut erneut unterzugegen. Doch nach dem 4:0 in der 28. Minute schaltete der REV einen Gang zurück. Den Ehrentreffer erzielte Lanny Gare (34.) und gestaltete damit den Einstand von Po piesch etwas freundlicher.
Für den gebürtigen Berliner ist es erst die zweite Trainer-Station. Seit Sommer war Popiesch verantwortlicher Coach beim Oberligisten Ice Aliens Ratingen. In der vergangenen Woche musste sich der Drittligist wegen Zahlungsunfähigkeit vom Spielbetrieb zurückziehen. Dass Popiesch sofort verfügbar war, sei ein Grund dafür gewesen, dass er den Job im Fuchsbau bekommen hat, betonte Geschäftsführer René Reinert. Aber nicht der wichtigste Grund. „Er ist selbstbewusst aufgetreten und hat uns mit seinem Konzept überzeugt“ , sagte Reinert. „Außerdem verfügt er durch seine lange Karriere über viel Eishockey- Sachverstand. Und: Wer so lange auf hohem Niveau spielt, der muss auch jede Menge Ehrgeiz mitbringen.“
Nach der Flucht aus der DDR und der anschließenden Sperre startete Popiesch im Jahr 1989 seine Profi-Karriere in Duisburg. Bei den Frankfurt Lions in der DEL stand er mit Füchse-Marketing-Leiter Matthias Kliemann auf dem Eis. Torhüter Nolan McDonald, der gestern wegen einer Hüftverletzung vorzeitig vom Eis ging, kennt er aus seiner Zeit beim Grefrather EV. Patrick Vozar ist ihm von den gemeinsamen Spielen bei den Moskitos Essen bekannt, wo der ehemalige Stürmer im Sommer seine Karriere beendete.
Mit Ratingen spielte Po piesch auf Anhieb im Vorderfeld der Oberliga. Er gilt als sehr konsequenter Trainer, der intern knallhart seine Marschroute durchsetzt und offensives Eishockey bevorzugt.
Ex-Coach Fred Carroll dürfte es derweil nicht mehr lange in Weißwasser halten. Geschäftsführer Reinert teilte dem Kanadier am Montagabend in einem persönlichen Gespräch dessen Beurlaubung mit. „Ich bin tief enttäuscht. Leider haben einige Leute offenbar vergessen, was sie am Saisonanfang gesagt haben. Nämlich, dass wir vor einer schweren Saison stehen und viele Spieler im Kader einfach noch Erfahrung sammeln müssen“ , meinte Carroll. Sein Vertrag bei den Füchsen läuft bis März 2007. Reinert: „Diesen Vertrag werden wir auch erfüllen. Allerdings hoffen wir, dass Fred Carroll bis dahin einen neuen Verein gefunden hat, weil uns das finanziell entlasten würde.“ Carroll hatte sich gestern Vormittag vom Team verabschiedet.

Lausitzer Füchse - Bremerhaven 1:5 (0:2, 1:2, 0:1)
Tore: 0:1 Cameron (5.), 0:2 Pinizzotto (8.), 0:3 Bonn (24.), 0:4 Forster (28.), 1:4 Gare (34.), 1:5 Bombis (60.); Schiedsrichter: Lenhard (Darmstadt); Zuschauer: 1017; Strafminuten: 12 + 10 (Witing) / 14 + 10 (Cameron).
RUNDSCHAU-Spieler des Tages der Füchse:
Martin Niemz.