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Vettel verpasst Sieg beim Europa-Auftakt

Sebastian Vettel (li.) und Lewis Hamilton haben in Spanien ein spannenden Spitzenduell abgeliefert.
Sebastian Vettel (li.) und Lewis Hamilton haben in Spanien ein spannenden Spitzenduell abgeliefert. FOTO: dpa
Barcelona. Der Ferrari-Star Sebastian Vettel muss sich beim Großen Preis von Spanien mit Platz zwei hinter Formel-1-Rivale Lewis Hamilton begnügen. Damit schmilzt Vettels WM-Vorsprung auf den Briten weiter. Claas Hennig

Trotz der Niederlage in der nächsten Runde des elektrisierenden Formel-1-Zweikampfs mit Lewis Hamilton konnte Sebastian Vettel lachen. In einem denkwürdigen Großen Preis von Spanien mit aufregenden Überholmanövern, Rad-an-Rad-Duellen, Strategiespielchen und Reifenpoker verpasste der Ferrari-Star gegen seinen englischen Titelrivalen seinen dritten Saisonsieg.

"Es hat Spaß gemacht", sagte der viermalige Champion. "Aber natürlich ist es bitter, nur den zweiten Platz mitzunehmen." Letztlich musste Vettel zugeben: "Lewis hat einfach den besseren Job gemacht." Gerade einmal knapp 3,5 Sekunden hatte Vettel im Ziel hinter dem britischen Dreifach-Champion gelegen. Er verdrängte den Mercedes-Mann beim fünften Saisonrennen in Barcelona zwar noch in der ersten Kurve von Position eins, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben.

"So muss Racing sein", meinte Hamilton, dem das Duell mit dem Deutschen trotz aller Anstrengungen sichtlich Freude gemacht hatte: "Das ist eines der härtesten Rennen. Ich habe mehrere Kilos verloren, und mit ihm im Rücken hat es das Ganze nicht einfacher gemacht", meinte der Engländer nach seinem 55. Karriere-Sieg.

Während Vettel und Hamilton die große Show boten, schaffte es Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo als Dritter erstmals in dieser Saison noch auf das Podium. Sein Teamkollege und Vorjahressieger Max Verstappen schied nach einer Startkollision mit Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari aus.

Vettel (104 Zähler) geht nun mit einer auf sechs Punkte geschmolzenen WM-Führung auf den zweimaligen Saisonsieger Hamilton in den Traditions-Grand-Prix von Monaco in zwei Wochen. Pascal Wehrlein sicherte sich mit einer gewagten Ein-Stopp-Strategie als Achter sogar seine ersten Punkte für Sauber. Der Worndorfer trotzte selbst einer Fünf-Sekunden-Strafe, weil er vor seinem Boxenstopp regelwidrig Richtung Garage gefahren war, und feierte nach Rang zehn in Österreich 2016 seinen größten Formel-1-Erfolg.

Vettel hatte auch wegen eines Motorwechsels ein problematisches Wochenende erlebt, nun führte er das Feld vor Hamilton an. Der viermalige WM-Champion ging als Erster aus der Spitzengruppe in Runde 15 an die Box und ließ sich frische Reifen aufziehen. Mercedes holte den dreimaligen Weltmeister Hamilton sieben Umläufe später rein.

Bottas übernahm die Führung. Und Vettel steckte erstmal hinter dem Sotschi-Sieger fest. Hamilton kam unterdessen immer näher. Mit einem entschlossenen Zick-Zack-Manöver auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs setzte sich Vettel wieder vor Bottas, der seinen Mercedes mit einem brennenden Motor in der 39. Runde abstellen musste.

An der Spitze gab es damit wieder einmal nur noch das Duell Vettel gegen Hamilton. Und was für eines! Nach dem Virtual Safety Car kam Hamilton als Erster des Duos zu seinem zweiten Stopp in die Garage, danach folgte der Deutsche. Bei der Ausfahrt aus der Box verteidigte Vettel knallhart seine Führung gegen den Briten. Vettel konnte dem Druck aber nicht lange standhalten, mit einem herrlichen Manöver raste der Mercedes-Mann am Ferrari-Star vorbei.

Ferrari hatte noch die Hoffnung, dass Hamiltons Reifenmischung schneller abbauen würde. Doch der Mann aus Stevenage gab sich keine Blöße mehr und feierte vor Vettel seinen zweiten Saisonsieg. "Hätten wir den Lewis nicht, hätten wir nicht gewonnen. Das sind die zwei besten Fahrer, er und Sebastian", konstatierte Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda.