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Vettel in Singapur unter Siegzwang: "Wenn es hart ist, dann ist es gut"

Singapur. Er tritt als Favorit an, er steht unter Siegzwang, er will die Niederlage vom Heimrennen in Italien ausmerzen. In den schwülheißen Nächten von Singapur muss Sebastian Vettel für die erneute Wende im WM-Kampf aus sich und seinem Ferrari aber alles herrausholen. Jens Marx

"Wenn es hart ist, ist es gut. Einfach ist langweilig", kommentierte Vettel den wechselvollen und knappen WM-Kampf mit Lewis Hamilton im Mercedes.

Mit dem möglichen fünften Sieg im zehnten Rennen im asiatischen Stadtstaat würde sich Vettel zum Singapur-Dominator krönen. Auf dem Weg zum erhofften fünften WM-Titel und im packenden Duell mit Lewis Hamilton im Mercedes wäre es ein wichtiger Schritt.

Die Konkurrenz scheint aber größer denn je in diesem Jahr: Neben WM-Spitzenreiter Hamilton, der den Schub vom Monza-Sieg auch auf der vermeintlichen Silberpfeil-Problemstrecke nutzen will, muss sich Vettel vor allem auf Attacken der beiden Red-Bull-Piloten einstellen. In den vergangenen beiden Jahren schaffte es Daniel Ricciardo bereits jeweils auf Rang zwei. Seine Kampfansage: "Ich glaube nicht, dass Singapur unsere einzige Chance ist, ein Rennen in der zweiten Saisonhälfte zu gewinnen. Es ist aber die beste." Deswegen hatte das Team zuletzt in Belgien schon neue Teile eingesetzt und dort reichlich Strafen in Kauf genommen. Singapur soll in diesem Jahr wieder zum Red-Bull-Reich werden. Die Statistik belegt: Kein Rennstall war bisher auf dem gut fünf Kilometer langen Kurs mit 23 Kurven erfolgreicher - Vettel trug mit drei Siegen im Red Bull zu dieser Statistik maßgeblich bei. Insgesamt stand Red Bull zehn Mal in neun Auflagen auf dem Podest, Ferrari fünfmal.

"Oberflächlich betrachtet, gehört Singapur zu der Art Strecken, die sowohl Ferrari als auch Red Bull entgegenkommen sollte", meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Silberpfeile wähnen sich öffentlich als dritte Kraft beim Nachtspektakel an der Marina Bay. "Wir müssen da Schadensbegrenzung betreiben", befand sogar Teamaufsichtsratschef Niki Lauda.

Der Brite Lewis Hamilton hat sich aber mehr als nur warm gefahren für die entscheidenden Übersee-Wochen: Siege nach der Sommerpause in Spa-Francorchamps und in Monza, zwei Strecken, auf denen Mercedes seine Motoren-Power ausspielen konnte. Erstmals gelangen damit einem Fahrer in dieser Saison zwei Erfolge nacheinander. Der dritte soll nun folgen, wenn am Sonntag um 20 Uhr Ortszeit (14 Uhr/MESZ) die Roten Ampeln ausgehen.

Zum Thema:
Der Finne Valtteri Bottas fährt auch in der kommenden Saison für Mercedes in der Formel 1. Der deutsche Rennstall verlängerte am Mittwoch vor dem Grand Prix in Singapur den am Jahresende auslaufenden Vertrag mit dem 28-Jährigen. Bottas war als Nachfolger des überraschend zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg ins Team gekommen.