| 16:15 Uhr

"Vettel gewinnt auch nicht im alten Ferrari"

Juri Hollmann fehlten beim WM-Einzelzeitfahren der Junioren nur neun Sekunden auf Bronze.
Juri Hollmann fehlten beim WM-Einzelzeitfahren der Junioren nur neun Sekunden auf Bronze. FOTO: rrt1
Bergen. Ganze neun Sekunden haben Juri Hollmann vom RSC Cottbus am Dienstag bei der Straßenrad-WM in Bergen (Norwegen) zu einer Medaille gefehlt. Der 18-jährige Schüler der Lausitzer Sportschule verpasste das Podium beim Junioren-Einzelzeitfahren knapp. Jan Lehmann

Nach 21,1 Kilometern lag der gebürtige Berliner 21,53 Sekunden hinter dem britischen Sieger Thomas Pidcock. Die Plätze zwei und drei belegten der Italiener Antonio Puppio (+11,92 Sekunden) und der Pole Filip Maciejuk (+13,29).

RSC-Trainer Rainer Gatzke ist stolz auf die Leistung seines Schützlings: "Das hat Juri richtig gut gemacht. Vor allem, weil er sich im Sommer einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte und später leider auch noch eine Bronchitis das Training gestört hat. Trotzdem hat Juri gezeigt, dass er in der Weltspitze mitfahren kann."

Leon Heinschke vom Frankfurter RC, der ebenfalls in Gatzkes Trainingsgruppe fährt, komplettierte auf Rang 13 das gute Ergebnis aus Cottbuser Sicht. Dennoch kritisierte Rainer Gatzke nach dem Rennen den Verband. Er erklärte verstimmt: "In Cottbus wird ja der Bahnradsport außerordentlich gefördert. Aber unsere Straßenfahrer gehen mit Rädern der Baujahre 2009 und 2010 in die Weltmeisterschaft. Das bedeutet konkret: Am Berg müssen sie hier 1,5 Kilogramm mehr nach oben schleppen. Das ist ein riesiger Wettbewerbsnachteil. Denn Sebastian Vettel gewinnt in der Formel 1 ja auch nicht mit einem alten Ferrari aus dem Jahr 2010."

Für Gatzke ist es die letzte Weltmeisterschaft als verantwortlicher Trainer. Der Cottbuser geht im Februar in Rente. Zuvor übergibt er die Trainingsgruppe an Michael Max.

Rainer Gatzke
Rainer Gatzke FOTO: ski1