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| 02:39 Uhr

Verletzter Streubel verpasst WM-Finale

Franz Streubel
Franz Streubel FOTO: dpa
Boston. Franz Streubel schlug nach dem verkorksten Kurzprogramm bei der Eiskunstlauf-WM verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen. Die Erklärungsversuche des an der Leiste verletzten deutschen Meisters in den Katakomben des TD Gardens von Boston klangen zwar plausibel, ändern aber nichts an der tristen Situation im deutschen Herren-Bereich. dpa/jam

"Es ist unglücklich, dass mir das passiert ist, weil ich der einzige deutsche Läufer bei der WM bin", meinte der gebürtige Berliner, nachdem er mit nur 57,19 Punkten das Finale der besten 24 Läufer verpasst hatte.

Mit Schmerztabletten und Akupunkturnadeln im Ohr war die Verletzung nicht zu spüren. Die mentale Sperre aber blieb. Beim vierfachen Toeloop und dem dreifachen Axel landete der für Oberstdorf startende Läufer vor 10 000 Zuschauern krachend auf dem Eis.

Schon bei der EM hatte er als 14. sein Potenzial nicht abrufen können. Danach arbeitete er intensiv an seiner Kondition und wollte sein WM-Ticket rechtfertigen. "Er war super vorbereitet. Schade, dass er sich selbst nicht belohnt hat", sagte Trainerin und Olympiasiegerin Anett Pötzsch. In Deutschland soll untersucht werden, ob er sich schwerer verletzt hat.

Schon im Training war der Klassenunterschied von Streubel zu den Topleuten zu sehen. Weltrekordler Yuzuru Hanyu aus Japan zauberte die vierfachen Elemente nacheinander auf die Eisfläche - der Deutsche saß mehr auf dem Hosenboden.

In der Kurzkür schraubte sich Hanyu so federleicht bei seinen je vierfach gedrehten Toeloop und Salchow in die Höhe, dass ein Raunen durch das Publikum ging. Mit 110,56 Punkten liegt der 21 Jahre alte Olympiasieger fast uneinholbar vor seinem Trainingskameraden und WM-Titelverteidiger Javier Fernandez (98,52/Spanien) und Patrick Chan (94,84/Kanada).

Die Weltelite ist den Deutschen enteilt.