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| 01:04 Uhr

Uschi Disl siegt in Oberhof und spricht von Abschied

Uschi Disl hat zum Abschluss der fünf Weltcup-Tage in Oberhof das Verfolgungsrennen über 10 km gewonnen, die Führung im Biathlon-Weltcup zurückerobert und ihren Vater Sepp zum glücklichsten Mann im Stadion gemacht. Danach kündigte die zweimalige Staffel-Olympiasiegerin das Ende ihrer langen und erfolgreichen Laufbahn an. Von Uwe Jentzsch

Disls Trainingsgefährtin Kati Wilhelm brachte mit dem zweiten Platz 1,2 Sekunden vor der Norwegerin Linda Tjörhom, die am Samstag den Sprint vor Disl und Wilhelm zu ihren Gunsten entschieden hatte, den Rennsteig endgültig zum Beben. Als Vierte verpasste Katrin Apel knapp das Podest. Sabrina Buchholz (Oberhof) erfüllte als Siebte die WM-Norm.
Zuvor hatte der Franzose Raphael Poiree die 12,5 km lange Verfolgung der Männer vor den Oberhofern Sven Fischer und Alexander Wolf für sich entschieden. Mit den Siegen von Fischer im Sprint und der Frauen-Staffel sowie vier zweiten und zwei dritten Plätzen waren die deutschen Skijäger so erfolgreich wie noch nie bei 14 Weltcup-Veranstaltungen in Oberhof.
Uschi Disl freute sich nach ihrem 27. Weltcupsieg vor allem über die wieder gefundene Treffsicherheit. „Heute habe ich es übers Schießen gemacht. Wegen des böigen Winds habe ich konzentriert gearbeitet, mir Zeit gelassen. Die fünf Strafrunden waren angesichts der Bedingungen in Ordnung“, sagte die Skijägerin vom SC Moosham. „Hoffentlich kann ich die Form bis zur WM konservieren“, fügte „Turbo-Disl“ an. „Vor heimischem Publikum laufen zu dürfen, ist das Größte.“ Kati Wilhelm strahlte vor allem wegen ihrer Laufform. Kurz vor der Jahreswende hatte sie sich noch Tipps von ihrem ehemaligen Lauftrainer geholt. „Ich kann endlich wieder schnell und nicht nur ausdauernd rennen“, sagte die Sportsoldatin aus Zella-Mehlis.
Sven Fischer war mehr als zufrieden mit dem „hart erkämpften“ zweiten Platz. Sein Vereins-Kollege Alexander Wolf war so glücklich über den dritten Rang und die damit erfüllte WM-Norm, dass er im Ziel die Zuschauer in der ausverkauften Rennsteigarena zur „La Ola“-Welle animierte. 5,3 Sekunden vor Fischer und 6,5 Sekunden vor Wolf hatte der Franzose Raphael Poiree das Ziel erreicht, seinen zweiten Saisonsieg gefeiert und spontan die 9000 Euro Siegprämie für die Flutopfer in Asien gespendet. Ricco Groß (Ruhpolding) fährt nach dem sechsten Platz „mit breiterer Brust“ zum Heimrennen ab kommenden Mittwoch. Michael Greis (Nesselwang) stürmte vom 22. Startplatz auf den siebten Rang nach vorn.
„Ich wusste heute früh beim Aufstehen, dass ich gewinne“, verkündete Poiree. Das Gefühl habe er immer vor siegreichen Rennen. „Außerdem bin ich für die Menschen in Indonesien gerannt. Ihnen wollte ich möglichst viel Geld zukommen lassen und bin froh, dass es geklappt hat.“

Hintergrund Disl vor Laufbahn-Ende
 „Länger als Olympia 2006 werde ich auf keinen Fall aktiv bleiben“, sagte Uschi Disl beim Weltcup in Oberhof. Die 34-Jährige lebt seit einigen Jahren mit ihrem Freund im österreichischen Kössen, will endlich eine Familie gründen und Kinder bekommen. Sie entscheidet von Jahr zu Jahr über die Fortsetzung ihrer Biathlon-Karriere. „Deshalb ist auch noch nicht klar, ob ich den Olympia-Winter überhaupt angehe“, erklärte sie.